13 Tipps für die Richtige Fischerrute

In Wissen by Bastian2 Comments

Die Richtige Fischerrute zu finden kann sich als schwierig erweisen. Mich beschäftigt das Thema selber ab und zu, wenn ich am Material zweifle, oder wenn ich wieder eine Rute geschrotet habe und ich Ersatz brauche. Darum sind hier 13 Tipps, wie man für sich die Richtige Rute findet. Leider kann ich hier nicht alles abbilden, da ich für bestimmte Ruten keine Verwendung habe. Meeresruten machen für mich keinen Sinn, da ich nie am Meer fische. Trotzdem kann man aber auch hier etwas mitnehmen.

Eine einfache Antwort auf die Frage welches die richtige Rute ist gibt es jedoch nicht, es ist immer Situationsbedingt.

Die Wichtigsten zwei Fragen, welche man sich stellen bei der Rutenwahl stellen sollte sind: «Wie Fische ich?» und «Wo Fische ich?». Hat man diese beiden Fragen für sich beantwortet, kann man relativ gut eine passende Rute finden.

1 – Für Anfänger eine Rute

Das wichtigste für Anfänger, man sollte nur eine Rute haben und damit Erfahrungen sammeln. Man wird dann relativ schnell selber merken ob es das ist, was man sich vorstellt oder ob man etwas anderes braucht. Bis man soweit ist sollte man aber nicht verschiedene Ruten haben sondern sich auf eine konzentrieren.

2 – Art zu fischen

Grundsätzlich sollte man sich klar sein, wie man Fischen möchte. Will man Spinnfischen, Tippfischen, Eisfischen oder Fliegenfischen und die Fischerrute primär danach auswählen. Zwar kann man auch mal eine Spinnrute zum Setzen am See benutzen, meistens sind diese jedoch zu kurz und man kämpft mehr mit der Ausrüstung als dass man Spass beim Fischen hat. Umgekehrt ist macht das Spinnfischen mit einer Seerute am Bach wenig Spass. Wer hingegen Fliegenfischen will, braucht eine spezielle Ausrüstung.

Ist man sich darüber im Klaren wie man fischen will, dann kann man schon eine Vorauswahl treffen. Will man die Rute online kaufen, dann kann man in den Meisten Fällen schon so eine Vorauswahl machen, nach See-, Spinn-, Fliegenruten und so weiter.

3 – Einsatzgebiet

Die Nächste Frage die man Beantworten muss, ist wo man Fischen möchte. Eventuell hat man dies schon mit der vorherigen Frage beantwortet. Spinn oder Fliegenfischen, kann man beispielsweise jedoch an Seen, Bächen, Flüssen oder auch am Meer. Die Frage ist relativ entscheidend, da man Beispielsweise an Seen mit längeren Ruten fischt. An Bächen wird eher mit kürzeren Ruten, da man nicht so weit werfen muss.

Diese beiden Punkte (2 und 3) sind eher Grundsätzliche Fragen, die man für sich beantworten sollte. Daraus ergeben sich aber meistens keine direkten Empfehlungen. Diese werden in den folgenden Punkten weiterbehandelt.

4 – Länge

Nachdem man sich über die Grundsätzlichen Fragen im Klaren ist, ist der nächste Punkt die Länge. Auch beim Fischen gelten die Hebelgesetzte. Ein Kurzer Hebel braucht viel Kraft, ein Langer Hebel wenig. Darum gilt der Grundsatz, je länger die Rute, desto weiter kann man werfen. Hier ist allerdings die Frage, wie weit man überhaupt werfen möchte. An kleinen Bächen ist es meistens wichtiger präzise zu werfen und nicht möglichst weit. An grösseren Flüssen ist es meistens von Vorteil, wenn man etwas weiter werfen kann. Hier kann man mit der Köderführung zudem einiges wieder ausbügeln, da die Strecke zum Einholen weiter ist. Auch an Seen ist es tendenziell von Vorteil, wenn man etwas weiter werfen kann.

Um einige Beispiele für eine gute Länge zu bringen. Eine Spinnrute für einen Bergbach sollte höchstens um die zwei Meter sein. Längere Ruten machen meistens wenig Sinn. Für einen Bergsee zum setzen sind Rutenlängen zwischen drei bis vier Metern empfehlenswert.

5 – Umgebung

Ein wichtiger Punkt ist die Umgebung. Geht man oft in an Orten mit wenig Platz rundherum fischen sollte die Rute eher kurz ausfallen, da man sonst oft anschlägt oder sich in Gebüschen rundherum verheddert. Je knapper der Platz zum Werfen, desto kürzer die Rute.

Etwas anders was man auch beachten sollte, ist der Zugang zum Ufer. Ist das Ufer gut zugänglich, flach und beispielsweise mit Steinen oder Sand bedeckt, kann die Rute auch etwas kürzer ausfallen. Ist das Ufer jedoch etwas unzugänglicher Beispielsweise in einer Wiese und mit steiler Böschung darf die Rute auch etwas länger sein, so dass man den Abstand gut überbrücken kann.

Eingewachsener Bachabschnitt, hier wird man mit meiner langen Rute mühe haben.

6 – Wurfgewicht

Das Wurfgewicht ist ein heikler Punkt beim Rutenkauf. Stimmt diese nicht, so gibt es Probleme beim Werfen. Wirft man mit einem zu leichten Gewicht sind die Folgen eher harmlos, man wirft schlechter, der Köder flieg nicht genau oder weniger weit. Ein zu hohes Wurfgewicht kann jedoch auch Rutenbruch bedeuten. Das Wurfgewicht ist also ziemlich entscheidend.

Auch hier kommt wieder simple Physik zum Tragen. Schwerere Gewichte kann man grundsätzlich weiterwerfen als leichte, wobei es natürlich auch Grenzen gibt. Bei mehr Gewicht leidet zudem die Präzision.

Beim Wurfgewicht, ist es auch von Vorteil, wenn man weiss wie man fischen will. Geht man mit Made, Wurm oder Mückensatz Tippfischen, sollte das Wurfgewicht nicht zu hoch sein, da man meistens relativ wenig Gewicht benutzt. Ein anderes Beispiel sind Bündner Bergeseen. Hier werden meistens Gewichte zwischen 15g und 30g verwendet. Von daher sollte die Rute auch in diesem Bereich mit dem Wurfgewicht liegen. Beim Spinnfischen kommt es auf die verwendeten Köder an. Das Gewicht von Mepps Spinnern (Tabelle) ist zwischen 2.5g und 13g. Wer also mit Spinner Fisch sollte das Wurfgewicht in diesem Bereich haben.

Grösse Mepps Gewicht
0 2.5 g
1 3.5 g
2 4.5 g
3 6.5 g
4 9 g
5 13 g

Der Wind ist beim Fischen immer ein wichtiger Faktor. Neben dem Verhalten der Fische beeinflusst er auch das Flugverhalten beim Werfen. Wer oft in Regionen mit starkem Wind fischt, der sollte eher auf höhere Gewichte setzten, diese werden vom Wind weniger beeinflusst.

Neben der Länge ist auch das Wurfgewicht auf der Rute zu finden.

7 – Budget

Das Budget ist ein nicht unerheblicher Punkt bei der Rutenwahl. Bevor man sich entscheidet, sollte man sich überlegen, wie viel man für eine Rute ausgeben will. Fischerruten gibt es quasi in jeder Preisklasse. Günstige Ruten sind meisten nicht so gut wie teurere, grade Anfänger merken den Unterschied jedoch meistens nicht so extrem. Je nach Shop kann man Ruten ab CHF 15.- kaufen. Ich selber habe anfangs mit einer Günstigen Spinnrute (für ca. CHF 35.-) gefischt und war durchaus zufrieden, bis sie, durch meine Ungeschicklichkeit, gebrochen ist. Da bei Anfänger meisten auch das Budget etwas beschränkter ist, da man viel Material auf einmal benötigt, macht eine günstigere Rute durchaus Sinn.

Eine günstige Rute kann eine gute Option sein, wenn zum Beispiel Spinnfischen ausprobieren will. Wer öfters fischen geht, der sollte sich aber überlegen, vernünftiges Material anzuschaffen. Teurere Ruten haben meistens besseres Material verbaut und sind hochwertiger verarbeitet. Ein erfahrener Fischer merkt den Unterschied meistens sofort.

8 – Aktion

Aktion beschreibt das Verhalten einer Fischerrute unter Last, also wenn ein Fisch gebissen hat. Biegt die Rute sich voll durch oder bleibt sie weitgehend grade. Die Aktion ist meistens schon durch die Art der Rute vorgegeben. Daher bringt es nur bedingt etwas, beim Kauf speziell darauf zu achten. Wer merkt, dass eine Rute seinen Anforderungen nicht entspricht, da er Beispielsweise nicht richtig jiggen kann, sollte sich vertiefter mit der Rutenaktion auseinandersetzten.

Es gibt verschiedene Ansichten wie die Wurfweite durch die Aktion beeinflusst wird. Die Wurfweite wird jedoch meistens eher durch das Wurfgewicht und die Länge der Rute beeinflusst. Auch bei der Präzision gibt es verschieden Aussagen. Parabolischen Ruten wird nachgesagt, dass man mit ihnen weniger präzise werfen kann. Das Beste Beispiel, dass keine Generellen aussagen gemacht werden könne sind Fliegenruten. Diese sind Parabolisch, man kann mit der richtigen Technik trotzdem sehr präzise den Köder platzieren.

Generell wird zwischen drei Typen unterschieden, Spitzen-, Mittlere- und Parabolische-Aktion. Dazwischen gibt es jedoch diverse Mischformen.

Spitzen Aktion

Ruten mit Spitzen Aktion werden auch als Ruten mit schneller Aktion oder Fast Taper bezeichnet. Diese Ruten sind relativ steif und ab dem oberen Drittel oder der Spitze biegsam. Diese Ruten Typ wird für verschiedene Arten des Fischens eingesetzt. Ein Bereich ist das angeln auf Friedfische. Auch schwache bisse können an der Rutenspitze gut erkannt werden. Zudem setzt sich der Haken gut im Fischmaul fest.

Ein weiterer Einsatzbereich für Ruten mit schneller Aktion ist das Spinnfischen. Vor allem bei Köder welche über die Rute geführt werden wie Gummifische wird die Bewegung so ziemlich direkt auf den Köder übertragen. Diese Art von Ruten eignet sich jedoch nicht so sehr für grosse Fische, da diese sich durch starke Bewegungen eher wieder losreissen können.

Mittlere Aktion

Ruten mit Mittlerer Aktion werden auch als Ruten mit semiparabolischer Aktion und in Englisch auch als Moderate, Regular oder Medium Taper bezeichnet. Dieser Typ Rute ist eine Mischform aus einer Rute mit schneller Aktion und einer mit parabolischer Aktion. Unter Belastung biegen sich Ruten mit mittlerer Aktion etwa ab der Mitte. Viele Ruten auf dem Markt haben eine mittlere Aktion, so zum Beispiel Allroundruten. Mit solchen Ruten lassen sich auch problemlos grösser Fische wie Karpfen oder Waller landen.

Typisches Bild einer Rute mit mittlerer Aktion unter Belastung

Parabolische Aktion

Wenn man ein Bild im Kopf hat von einer Rute mit Fisch am Haken dann ist es meistens die eine Rute mit parabolischer Aktion. Die Rute ist vom Griff bis zur spitze durchgebogen. Diese Ruten werden auch Ruten mit langsamer Aktion oder als Slow Taper bezeichnet. Fliegenruten sind ein typisches Beispiel für Ruten mit langsamer Aktion. Diese Biegen sich unter Belastung über die ganze Länge durch.

Auch das Bild vom Big Game Fishing auf Schwertfische oder ähnliches ist stark durch die Kampfruten mit Parabolischer Aktion geprägt. Dieser Typ Rute wird also vor allem für den Fang von richtig grossen Fischen verwendet die sich stark wehren. Ausserdem haben leichte Spinnruten manchmal eine langsame Aktion.

9 – Zielfisch

In Onlineshops sind Fischerruten oft auch nach Zielfisch sortiert. Dies kann eine erste Orientierungshilfe sein, vor allem wenn man die Auswahl einschränken will. Grundsätzlich lassen sich die meisten Ruten aber für verschiedenste Zwecke verwenden. Wer aber auf einen bestimmten Zielfisch aus ist, wie ich zum Beispiel auf Forellen, der kann die Auswahl so etwas Einschränken. Auch das potentielle Gewicht von einem gefangen Fisch ist nicht ausschlaggebend. Fischerruten sind sehr Flexibel und man kann auch sehr schwere Fische mit ziemlich feinen Ruten landen.

Wer auf Forellen fischt, kann die Suche auf Forellenruten einschränken.

10 – Transportlänge

Bei der Transportlänge kommt es darauf an, für was man die Rute genau braucht. Wer oft verreist oder die Rute in den Rucksack packen möchte, der sollte auf eine kleine Reiserute setzen (Transportlänge ca. 40cm). Vor dem Kauf sollte man sich zwar überlegen, ob die Rute klein zusammengepackt werden sollte, es ist meistens jedoch ein nettes Zusatzfeature und sollte, ausser man braucht es wirklich, nicht im Vordergrund stehen. Wer mit dem Auto Fischen geht hat meistens sowieso genug Platz.

Reiserute – Die Shimano Exage lässt hat eine Transportlänge von unter 40 cm.

11 – Gewicht

Das Gewicht der Rute spielt nur eine untergeordnet Rolle bei der Rutenwahl. Hier sollte man sich aber auch Überlegen für was man die Rute braucht. Wer oft lange zu Bergseen wandert sollte eher auf eine leichtere Rute setzen. Auch wer länger Spinnfischen geht ist, froh wenn die Rute nicht zu schwer ist. Für Spinnruten ist ein Gewicht von etwa 200g aber völlig OK auch wenn man einen ganzen Tag Fischen geht. Ruten mit hohem Wurfgewicht sind eher schwerer und Ruten. Teurere Ruten haben oft leichtere Materialien verbaut und sind somit auch allgemein leichter. Wie bereits geschrieben sollte das Gewicht bei der Auswahl aber nur eine untergeordnete Rolle spielen.

12 – Teleskop oder Steckrute

Der Unterschied zwischen Teleskop- und Steckruten liegt vor allem darin, wie man die Ruten transportieren und aufbewahren kann. Persönlich finde ich Teleskopruten praktischer, da man diese gut zusammenpacken kann ohne den Köder oder den Karabiner entfernen zu müssen. Teleskopruten lassen sich Grundsätzlich kleiner zusammenpacken als Steckruten.

Ein weiterer unterschied ist auch, dass bei Steckruten der Kontakt zum Köder etwas direkter ist. Dadurch dass weniger einzelne Elemente verbaut sind, reagiert und biegt sich die Rute fliessender. Bisse kann man somit bei Steckruten etwas besser wahrnehmen als bei Teleskopruten.

Teleskopruten sind meistens etwas anfälliger auf Rutenbrücke als Steckruten. Vor allem bei kürzeren Ruten, welche innen hohl sind muss man eher etwas mehr aufpassen. Wer dazu neigt, ab und zu eine Rute zu Schrotten, der sollte eher auf eine Steckrute zurückgreifen. Ein weiterer Unterschied ist das Teleskopruten meisten mehr Ringe haben als Steckruten mit gleicher Länge. Dadurch wird die Reibung erhöht und man kann theoretisch gesehen weniger weit Werfen. Dies macht in der Praxis jedoch nur einen sehr geringen Anteil aus.

Im vergleich zu Teleskopruten sind Steckruten auch etwas leichter. Es wird weniger Material verbaut, so kann man eine Rute mit gleichen Eigenschaften leichter bauen.

Persönlich bevorzuge ich Teleskopruten, da diese einfacher zu transportieren sind und auch schneller einsatzbereit, wenn man den Köder direkt an der Rute lassen kann.

13 – Ein- oder Zweihandruten

Die Wahl zwischen Ein- und Zweihandruten wird einem meistens auch abgenommen. Auch hier sind die Länge und das Wurfgewicht entscheidender. Länger Ruten oder solche mit hohem Wurfgewicht sind meistens auch Zweihandruten. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen grösseren Griff haben. So kann auch mit zwei Händen geworfen werden. Mit Zweihandruten kann man Grundsätzlich auch weiter werfen. Nicht nur, dass man schwerer Sachen wirft und eine längere Rute hat, auch die Kraft welche man mit zwei Armen aufbringen kann ist höher als mit einem Arm.

Typischer Griff einer Zweihandrute

Liste Fragen

Zum Schluss nochmal die fünf wichtigsten Fragen die man geklärt haben sollte, bevor man eine Rute kauft:

Wie will ich fischen (Tippfischen, Spinnfischen, Fliegenfischen, usw.)?
Für welches Einsatzgebiet brauche ich die Rute?
In Welcher Umgebung fische ich?
Mit welchem Wurfgewicht fische ich?
Wie hoch ist mein Budget?

 

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Comments

  1. Hi Basti,
    schickes Logo, ziehst du das jetzt groß auf?
    …obwohl stilisierte Forelle sieht anders aus, hat eher Brassenähnlichkeit.
    Ich wünsche dir für deinen Vertrieb viel Erfolg!
    V.G.
    Ulrike

    1. Author

      Hallo auch
      Dankeschön. Ist eher hobbymässig, Sachen für mich zusammenfassen und andere daran teilhaben lassen.
      ist vielleicht etwas schwanger geworden der Fisch (; mir gefällts.
      Danke, ist aber eher zum Spass.

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