Forellenfischen im kalten Wasser

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Forellen sind Wechselwarme Tiere und sind im kalten Wasser unter 10°C sind Forellen eher passiv. Die Forellen stehen im tief und reagieren vor allem auf grosse, passiv geführte Köder welche direkt an den Fischen vorbei kommen. Dabei muss man den Köder manchmal mehrfach direkt an der Forelle vorbeiziehen bis diese reagiert. Manchmal kann man den Köder direkt auch vor die Forelle werfen, ohne das der Fisch reagiert.

Je nach dem wo man Fischt, kann das Wasser auch noch im Sommer sehr kalt sein. In einem flachen See im Flachland ist man mit diesen Voraussetzungen weniger lange konfrontiert als in den Bergen, wo die Schneeschmelze bis in den Juli gehen kann. Wenn man sich nicht sicher ist, hilft es auch, die Hand kurz ins Wasser zu halten und die Temperatur zu testen oder ein Thermometer mitzubringen. Solange die Temperaturen jedoch die Marke von 10°C nicht überschreiten kann man davon ausgehen, dass das Wasser noch nicht viel wärmer ist.

Forellenfischen bei eisigen Temperaturen. Fische haben wir nur wenige gesehen.

Köder

Bei den Ködern gibt es zwei Ansichten. Entweder sehr kleine oder sehr grosse Köder. Beide Theorien haben etwas wahres. Die einzigen Insekten, welche im kalten Wasser aktiv sind, sind kleine Zuckmücken. Daher können kleine Köder, vor allem Kunstfliegen welche Zuckmücken (Nymphen oder Trockenfliegen) imitieren gut funktionieren.

Grössere Köder können aber auch sehr gut funktionieren. Forellen können erstaunlich grosse Nahrung zu sich nehmen. Für die grosse Köder sprechen verschiedene Fakten. Forellen bewegen sich für kleine Nahrung eher weniger als für Grosse, der Aufwand lohnt sich nicht. Trotzdem brauchen die Forellen Nahrung. Forellen Laichen im Winter und sind durch das Laichgeschäft mitgenommen und brauchen die Nahrung. Grosse Köder können beispielsweise Würmer oder grosse Fliegen sein.

Grosser Streamer, im kalten Wasser keine schlechte Wahl.

In Seen können zudem auch Köder mit Geschmacksstoffen gut funktionieren. Im fliessenden Wasser werden diese zu schnell verdünnt, als dass sie Wirkung zeigen könnten. Grundsätzlich wird der Geruchssinn von Forellen jedoch nicht zur Jagt genutzt. Forellen verschmähen jedoch auch Aas nicht, daher kann anlockender Geruch trotzdem etwas bewirken.

Zusammenfassend gesagt sind sehr kleine Köder oder eher grössere Köder wie (Grosse Fliegen oder Streamer, Grosse Nymphen, Würmer, mehrere Maden an einem Haken, Rogen oder Lachseier (klassisch aber auch als Fliege). Für Seen werden aber auch Köder mit Geschmack eingesetzt (Forellenteig oder befüllbare Tubes). Auch grössere Stücken Köderfische oder Fischteile (Schlund) kann gut funktionieren. Gut im Kalten Wasser funktionier beispielsweise auch der Rheinsatzt mit Maden oder Würmern. Alles, was du zum Rheinsatz wissen musst, gibt es in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Mehrere Maden am Haken lassen den Köder grösser werden

Schlecht funktionieren hingegen aktiv geführte Köder wie Spinner oder Gummifische, da die Fische passiv sind und nur in seltenen Fällen jagen.

Köderführung

Wie bereits geschrieben sind die Forellen im kalten Wasser passiv. Daher sollten die Köder eher passiv geführt werden, aktiv geführte Köder (Spinnköder) funktionieren meistens nicht. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Seen und Fliessgewässern. In beiden Fällen muss man den Köder aber zum Fisch bringen, da der Fisch eher nicht zum Köder kommt.

Fliessgewässer

Im Fliessgewässer funktioniert meistens eine passive, langsame Führung. Der Köder wird in die Strömung geworfen und treibt dann mit der Strömung den Wasserlauf herunter. Der Köder sollte dabei dem Fisch der Köder so gut wie möglich vor der Nase vorbeitreiben, so sind die Chancen am höchsten. Optimal ist, wenn man den Fisch in der Strömung sieht. Ansonsten kann man vermutete Standorte absuchen. Wo Forellen im Bach stehen, findest du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Beim Absuchen sollte man Systematisch vorgehen und nicht zu viel Strecke machen. Bei sehr kaltem Wasser kann man die gleiche Stelle bis zu fünf Mal nacheinander anwerfen. Ausserdem sollte man die Stellen systematisch absuchen. Als Beispiel hier, wie man eine Grössere Strömungskante absucht. Zuerst den nahen Uferbereich anwerfen (5 Mal), dann der den mittleren Bereich anwerfen (5x), schlussendlich die Strömungskante absuchen (5x). Danach einige Meter nach oben verschieben, so dass man die nächste Stelle absuchen kann.

Mit viel Bleidraht kommt die Montage auch im Schnellen Wasser an den Grund.

Da die Forellen meistens tief stehen, sollte man eine Montage verwenden mit der man möglichst Grundnah fischen kann. Mehr zu den Standorten später im Beitrag. Dazu eignen sich unter anderem der Rheinsatz (alles dazu in diesem Beitrag auf Alpenforelle), Flussposen, oder schwere Nymphen.

Seen

In Seen sollte man auch auf langsam geführte oder passive Köder zurückgreifen. Auch hier sind Spinnköder wenig erfolgsversprechend. Will man aktiv fischen, so sollte man auf Montagen zurückgreifen, welche sehr langsam geführt werden können. Auch im See Jagen die Forellen bei kalten Temperaturen einer Beute nicht hinterher, sondern nehmen, was ihnen grade vor die Nase schwimmt.

Auch hier sollte man systematisch und genau nach den Fischen suchen, sowohl in der Tiefe als auch in der Breite. Konkret bedeutet dies, dass die man zuerst die Schichten absucht, wo man die Fische vermutet. Auch in der Breite sollte man nicht zu sehr variieren, da es durchaus auf einige Zentimeter ankommen kann, sowohl in der Höhe als auch in der Breite.

Forellenstandorte

Wichtig ist bei kaltem Wasser, dass man die Standorte der Forellen kennt, da sich die Fische weniger bewegen und die Fische finden muss. Grundsätzlich stehen die Forellen an den gleichen Orten wie immer, meistens Tiefer als im Sommer. Unterschiede gibt es zudem zwischen Regenbogen- und Bachforellen.

Fliessgewässer

Im Fliessgewässern sind die Fische meistens in Grundnähe. Daher sollte die Montage so eingestellt werden, dass der Köder knapp über Grund läuft. Im Winter ist der Vorteil, dass das Wasser aufgrund geringer Niederschläge oder in Schneeform gebundenem Wasser meistens tiefer ist als im Sommer. So können tiefere Stellen besser erreicht werden. Bachforellen meiden stärker als Regenbogenforellen die stake Strömung. In Gewässern mit beiden Fischarten kann es daher Sinnvoll sein, auch im Winter stärkere Strömungen abzusuchen.

Scheint die Sonne, kann es sich auch lohnen, flachere Bereiche abzusuchen, vor allem wenn das Wasser nicht zu schnell fliesst. Die Forellen stehen ab und zu in etwas flacheren Bereichen, da sich das Wasser in diesen Bereichen schneller erwärmt.

Der grün eingekreiste Bereich ist ausserhalb der Hauptströmung (Roter Pfeil) und flacher. hier Erwärmt sich das Wasser etwas mehr und die Forellen suchen solche Bereich bei sehr kaltem Wasser eher auf.

Seen

In Seen sammelt sich das kalte Wasser am Grund. Wasser hat bei 4°C die grösste Dichte. Somit sammelt sich das 4°C kalte Wasser am Grund, so dass es dort immer die gleiche Temperatur ist. Bei sehr kalten Temperaturen halten sich die Fische in den Tiefesten stellen auf, wo das Wasser am „wärmsten“ ist.

Bei etwas wärmeren Temperaturen und bei Sonnenschein erwärmt sich das Wasser in den oberen Schichten. Daher kann es sich auch lohnen bei wärmeren Temperaturen die flacheren Bereiche abzusuchen, wo sich die Forellen aufwärmen. Das Zeitfenster bewegt sich hier zwischen 10:00 und 17:00. Ausserhalb der Zeit ist die Sonne zu wenig intensiv.  

Auch in Seen gibt es unterschiedliche Verhaltensweisen von Regenbogenforellen und Bachforellen. Daher sollte man immer wissen, welche Art im Gewässer ist. Bachforellen bewegen sich hauptsächlich in Grund- oder Obeflächennähe. Daher sollten Köder für Bachforellen entweder Grundnah oder Oberflächennah angeboten werden. Regenbogenforellen dagegen bewegen sich in Schichten und fressen dort auch. Daher müssen Regenbogenforellen stärker gesucht werden als Bachforellen. 20cm können bei Regenbogenforellen einen Unterschied machen, ob der Fisch den Köder nimmt oder nicht. Daher ist es im kalten Wasser, wenn die Fische sowieso schon passiv sind und sich wenig bewegen, wichtig die verschiedenen Tiefen absuchen und nur kleine Änderungen in der Höhe zu machen.

Bisse

Kaltes Wasser bedeutet oft auch Anfang Saison. Forellen sind dann meistens noch etwas naiver und weniger misstrauisch und können etwas einfacher gefangen werden. Da die Fische jedoch auf Sparflamme sind, sind sie generell etwas langsamer unterwegs. Bisse erfolgen daher in den meisten Fällen zögerlicher und nicht so stark wie im Sommer. Daher ist eine gute Bisserkennung wichtig. Zudem sollte der Anschlag immer sofort gesetzt werden. Manchmal kann es auch helfen, den Anschlag auf verdacht zu setzten, sobald man das Gefühl eines Bisses hat. Natürlich gibt es auch Fische, welche auch im Winter voll einschlagen und einem fast die Rute aus der Hand reissen.

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