Nymphenauswahl zum Fliegenfischen auf Forellen

In Fliegenfischen by BastianLeave a Comment

Mit einer klassischen Nymphe wie Prince, Pheseant Tail, Bachflohkrebs, Hares Ear oder Copper John kann man bei der Musterwahl wenig falsch machen. Dies alles sind seit Jahrzehnten bewährte Musterund funktionieren für Forellen und andere Salmoniden. Wichtig ist, dass man die richtige Lauftiefe bekommt.

Nymphenmuster gibt unzählige, eigentlich zu viele. Man kann sich schnell verzetteln und hat die Nymphenbox voll mit unzähligen Mustern. Daher sollte man, wie es auch Wettkampfangler tun, sich auf 8 bis 10 Nymphenmuster beschränken. Am besten nimmt man Gruppenmuster, welche mehrere Wasserlebewesen imitieren können.

Nymphen sollte man nach vier Kriterien in der Reihenfolge auswählen: Lauftiefe, Grösse, Form und Farbe. Forellen kann man mit ziemlich viel fangen, in Forellenmägen wurden aush schon Ästchen oder Zigarettenstummel gefunden. Mehr zu dem was Forellen fressen gibt es in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Auswahl von verschiedenen Nymphen. Mit diesen Nmyphen kann man in den meisten Situationen fangen.

Wichtig ist ausserdem, dass man der Nymphe vertraut. Ich kann dir hier im Beitrag erklären, dass die Farbe keine Rolle spielt, wenn du gegenteilige Erfahrungen gemacht hast, fühlst du dich beim Fischen schlecht und fängst auch weniger.

Beim Fischen gibt es zwar Dinge die man falsch machen kann, jedoch nur bedingt ein richtig. Man kann theoretisch alles richtig machen und trotzdem nichts fangen.

Lauftiefe der Nymphe

Die richtige Lauftiefe ist der wichtigste Faktor für die Präsentation der Nymphe. Wenn die Nymphe nicht zum Fisch kommt kann man lange ohne Biss fischen. Die Lauftiefe ist sehr vom Gewässer abhängig.

In einen schnell fliessendem Bach braucht man schwerere Nymphen als im Stillwasser. In einem ruhigeren Gewässer braucht man eher leichter Nymphen als in einem schneller fliessendem Gewässer.

Verschiedene Möglichkeiten eine Nymphe zu beschweren

Grundsätzlich gilt bei der Nymphen Auswahl so leicht wie möglich, so schwer wie nötig. Leichtere Nymphen spielen besser im Wasser und driften natürlicher.

Manchmal muss die Nymphe jedoch einfach schwer sein um auf die richtige Tiefe zu kommen. Wie schnell Nymphen etwa sinken kann aus der untenstehenden Tabelle entnommen werden. Mehr zur richtigen Lauftiefe von Nymphen gibt es in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

NymphentypSinkgeschwindigkeit cm/s
Unbeschwert10
Goldkopf40
Tungsten50
Jignymphe60
Off Bead70

Nymphengrösse auswählen

Eine gute Standartgrösse für Nymphen ist Hakengrösse 12. Je klarer und ruhiger das Gewässer ist, desto kleiner sollte die Nymphe sein. In etwas zügigeren Gewässern können Nymphen aber auch bis Gösse 6 oder mehr gefischt werden.

In ruhigen Gewässern oder Gewässerabschnitten sind Forellen meisten sehr viel skeptischer gegenüber grossen Fliegen. Kleinere Fliegen werden öfters genommen als grössere. Das betrifft sowohl ruhige Bachabschnitte aber auch klare Seen, vor allem Bergseen. 

Hakengrösse 12 und 16, so kann man viele Situationen abdecken.

Kleine Fliegengrössen fangen ab Hakengrösse 16 an, können aber auch kleiner sein, bis 22 oder kleiner. Hakengrösse 16 ist jedoch eine gute Kleingrösse, welche auch heikle Forellen in glasklaren Bergseen nehmen. 

Für schneller fliessende Abschnitte oder bei getrübtem bzw. kaltem Wasser sollte man aber auch etwas Grösser Nymphen dabei haben, bis zu Hakengrösse 6. Auch die Nymphen können etwas grösser gebunden sein z.B. ein Squirmy Worm oder ein kleiner Streamer.

Form von Nymphen

Nymphen gibt es in unzähligen Formen. Grob kann man die Nymphen jedoch in drei Formen aufteilen: Buschig, Mittel und Schlank. Die Formen bestimmen das Bild der Nymphe unter Wasser und beeinflussen auch das Sinkverhalten.

In der Nymphenauswahl sollten die verschiedenen Formen berücksichtigt werden. So kann man je nach Situation reagieren und beispielsweise in einem Pool mit vielen Bachflohkrebsen auf ein buschiges Muster wechseln.

Buschige Nymphen

Buschige Nymphen haben ein grosses Volumen und sind eher auffällig. Buschige Nymphen imitieren meistens grössere Nymphen, verpuppte Insekten (Pupa) oder Bachflohkrebse.

Die Nymphe kann entweder über den ganzen Körper buschig gebunden sein oder auch nur vorne am Kopf. Gut ist, wenn man vier bis acht etwas voluminösere Nymphen dabei hat.

Sehr buschiges Flohkrebs Muster

Die Nymphen sinken aufgrund des Volumens langsamer. Der Widerstand im Wasser ist grösser als bei schlanken Nymphen. Meistens findet man solche Nymphen daher mit Goldkopf oder mit Bleidraht unterlegt.

Als Bindematerial wird oft grobes Dubbing verwendet. Nymphen werden allgemein eher buschig gebunden und es gibt nicht allzu viele Insekten, welche eine solche Form haben. Daher sollte man eher weniger buschige Muster in der Fliegenbox haben.

Mittlere Nymphen

Viele Nymphen, vor allem klassische fallen unter diese Kategorie. Neben der Phesant Tail Nymph (PTN) gehören auch die Hares Ear oder die Prince in diese Kategorie. Die Nymphen imitieren die meisten Insekten, welche sich im Wasser bewegen.

Mittleres Profil bei einer Hares Ear Nymphe

Nymphen mit mittlerem Profil gibt es diverse. Unbeschwert, mit Messingkopf oder mit Tungstenkopf. Egal was man genau für ein Muster verwendet, mit mittleren Nymphen kann man praktisch nichts falsch machen. 

Schlanke Nymphen

Schlanke Nymphen haben wenig Widerstand im Wasser und sinkend daher auch sehr schnell. Zudem gibt es viele Lebewesen im Wasser, welche ein schlankes Profil haben, vor allem Zuckmückenlarven.

Midges haben ein schlankes Profil

Schlanke Nymphen sollten daher immer mit in der Fliegenbox dabei sein. Mögliche Muster sind beispielsweise Midges oder auch Kupfernymphen (Copper Nymphs). Kupfernymphen haben zudem den Vorteil, dass sie zusätzlich beschwert sind und so noch schneller absinken.  

Farben für Nymphen

Farben für Nymphen zum Fliegenfischen gibt es diverse. Von schlichten Farben wie Oliv, Grau oder Schwarz zu auffälligen wie Gelb, Pink oder Orange. Welche Farbe fängt ist eine Wissenschaft für sich und teilweise sehr subjektiv. Jeder Fischer hat mit anderen Farben erfolg und empfiehlt daher auch andere.

Mit Brautönen hat diese PTN eher natürliche Farben.

Die Farbe ist jedoch nicht so wichtig, wie die Lauftiefe und die Form der Nymphe. Vor allem bei der detailfarbe muss man es nicht zu genau nehmen. Ob die Nymphe Blaugrau oder grau ist spielt keine grosse Rolle. Wenn man ungefähr die Farbe der Tiere im Wasser hat kann man nichts falsch machen. 

Wichtig ist, dass man helle und dunklere Nymphen hat. Helle Nymphen imitieren frisch gehäutete Insekten im Wasser. Das ist unter anderem ein Grund warum Bienenmaden gut funktionieren. Dunkle Farben imitieren sonst ziemlich alles andere, was im Wasser lebt. 

Reizfarben wie Pink und Orange dürfen auch dabei sein. Man sollte aber auch im Hinterkopf haben, dass schwarz im Wasser ein starker Kontrast ist und sich auch im trüben Wasser gut abhebt.

Pinke Nymphe

Zusammengefasst kann man zur Farbauswahl von Nymphen sagen eine mischung aus natürlichen hell und dunkel Farben.

Nymphenauswahl für die Fliegenbox

Mit einer Auswahl von 44 Nymphen in 11 Mustern kann man praktisch alle Situationen abdecken und hat ausserdem noch Reserven.

Für jedes Muster sind vier Nymphen vorgesehen. Man kann auch weniger mitführen, zu empfehlen sind aber mindestens drei. Zwei Nymphen sind schnell versenkt. Daher ist es sinnvoll mehrere Nymphen vom gleichen Muster mitzuführen.

Die Muster sind Empfehlungen, man kann natürlich auch andere nehmen. Die Muster sollten jedoch nicht zu spezifisch sein.

Die Hakengrösse hängt wie bereits erwähnt vom Gewässer ab. Auch die Beschwerung sollte man dem Gewässer anpassen. Die Nymphen bekommt man in diversen grössen und diversen Beschwerungen.

Wenn man vor allem im Stillwassermfisch, kann man Jignymphen, Nassfliegen, Egg sowie Wurmmuster weglassen und stattdessen 8x Midges nehmen.

MusterFarbeForm
PrinceDunkelMittel
Pheseant Tail Nymph (PTN)DunkelMittel
Bachflohkrebs, ScudHellBuschig
Hares EarHellMittel
Copper NymphHellSchlank
Reiznymphe Auffällig– 
Jig Nymphe– Schlank 
Nassfliegen– – 
Egg FliegeOrangeBuschig 
Worm FliegeRot –
Kleiner Streamer/Stone FlyDunkel –

Klassische Muster

Prince, Pheseant Tail, Bachflohkrebs, Hares Ear sowie Copper Nymphs sind bewährte Muster, welche schon seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt werden. Mit diesen Nymphen macht man sicher nichts falsch.

Prince Nymphe Anfänger Style

Die klassischen Muster können praktisch überall in Variationen in verschiedenen Grössen und Sinkgeschwindigkeiten gekauft werden. Ausserdem kann man sie einfach selber binden.

Reiznymphe

Reiznymphen gibt es viele. Meistens findet man sie in grellen Farben wie Pink, Orange oder Hellgrün. Die Nymphen können entweder in der typischen Form mit Dubbing gebunden werden, es gibt aber auch Fantasieformen.

Reiznymphe mit auffälligem Orange

Jig Nymphe

Jig Nymphen sind für das fischen knapp am Grund. Dadurch, dass der Haken nach oben schaut, verringert sich die Anzahl Hänger deutlich. Jig Nymphen sind, da sie für das grundnahe Fischen ausgelegt sind sehr schwer.

Schlanke Red Tag Jig Nymphe

Gebunden werden Jig Nymphen meistens mit Geschlitzten Perlen, Off-Beads oder Javi Körpern, also sehr schwere Tungstenperlen bzw. -körper. Jig Nymphen eignen sich zudem auch gut als Dropper.

Nassfliegen

Nassfliegen gehören zu den ältesten Ködern zum Fliegenfischen. Nassfliegen sind eigentlich keine Nymphen, sind jedoch trotzdem gut in der Nymphenbox. Man kann Nassfliegen gut als Springerfliegen verwenden oder auch, wenn man flussabwärts fischt.

Nassfliege

Egg/Worm Muster

Egg und Worm, auf deutsch Ei und Wurm Muster gehören vor allem im Winter und bei trüben Wasser zu den effektiven Mustern. Eggs sind buschige Fliegen, die an Fischeier erinnern. Diese werden vor allem im Winter, also während der Laichzeit gerne abgetrieben und sind ein willkommene Eiweissquelle für Fische.

Ei Muster (Glo Bug)

Wurmmuster gibt es in verschiedenen Formen. Beispiele sind Squirmy Worms, San Juan Worm oder Rotangel (Rot lackierter Haken). Alle diese Muster simulieren Würmer im Wasser. Manche Puristen lehnen solche Muster ab, sie funktionieren jedoch im kalten und trübem, etwas schnellerem Wasser sehr gut.

Squirmy Worm

Grossnymphe

Eine Grossnymphe oder ein kleiner Steamer kann ebenfalls Sinn machen. Für leichtes Flussabfischen oder wenn man beispielsweise eine Aussenkurve befischen will kann ein solcher Streamer hilfreich sein.

Man kann natürlich auch mit normalen Nymphen diese stellen befischen, die Kontrolle eines Streamers ist bei solchenn techniken jedoch etwas einfacher. In der Dämmerung solche grossen Fliegen ebenfalls attraktiv.

Grosse Montana Nymphe, hier auf einen langschenkligen 10er Haken gebunden

Vor allem wenn man eine Rute Schnurklasse 5 oder kleiner fischt, sollte der Streamer nicht zu gross und schwer sein. Wenn man sowieso mit höheren Schnurklassen, ab 6 fischt, kann man auch einen normalen Streamer nehmen.

Schrotblei

Schrotblei gehört zum zum Nymphenfischen dazu, wie ein Bissanzeiger. Kommt man an eine Stelle, bei der die Nymphe, welche man dabei hat zu leicht ist, kann man einfach ein Schrotblei hinzufügen und hat eine andere Nymphe.

Wie bereits geschrieben, ist das Wichtigste an der Nymphe die Lauftiefe. Klemmt man ein Schrotblei an die Montage, so hat man eine schwerere Nymphe und kann so andere tiefen befischen.

Schrotbleie sollten immer dabei sein.

Leave a Comment