Die richtige Sinkgeschwindigkeit für Sinkschnur zum Fliegenfischen

In Fliegenfischen by BastianLeave a Comment

Die Wahl der richtigen Sinkgeschwindigkeit für eine Sinkschnur zum Fliegenfischen hängt sehr stark vom Einsatzgebiet ab. Während man in Fliessgewässern Sinkschnüre oft nutzt um schnell auf Tiefe zu kommen und diese daher eine hohe IPS haben, fischt man im Meer beispielsweise meistens knapp unter der Oberfläche und verwendet eher tiefe IPS. Eine generelle Empfehlung ist daher nicht möglich, es kommt immer auf die Situation an.

Wettkampffischer haben manchmal bis zu 20 verschiedene Sinkschnüre, um alle Situationen abdecken zu können. Für den normalen Gebrauch reichen meistens eine bis zwei verschiedene. Welche Sinkschnur die richtige ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Sinkschnur zum Fliegenfischen.

Ob eine Sinkschnur nötig ist kannst du übrigens in diesem Beitrag auf Alpenforelle nachlesen.

Sinkgeschwindigkeit

Die wichtigste Angabe zur Sinkgeschwindigkeit oder auf Englisch Sink Rate ist IPS, Inch Per Second. Da man im deutschen Sprachraum eher wenig damit anfangen kann, ist in der Untenstehenden Tabelle aufgeführt was dies umgerechnet auf cm pro Senkunde  bedeutet.

Die IPS sollte man aber nicht allzu genau nehmen. Im Herstellungsprozess lassen sich gewisse Schwankungen nicht ausschliessen. Daher kann es bei einer Abweichung von 0.2 IPS kann eine 2 IPS Schnur 1.8 IPS haben und eine 1.5 IPS Schnur 1.7IPS.

In der Tabelle geht die Sinkgeschwindigkeit bis 8 IPS. Bis 8 IPS findet man oft eine Auswahl an Schnüren. Schnüre mit mehr als 8 IPS sind eher selten.

IPS cm/s
0.5 1.3
1 2.5
1.5 3.8
2 5.1
2.5 6.4
3 7.6
4 10.2
5 12.7
6 15.2
7 17.8
8 20.3

IPS wird sowohl bei Sink Tip und Full Sink Schnüren verwendet. Es gibt keine Unterschiede bei den Angaben. Ausserdem findet man oft noch andere Angaben zu der Sinkgeschwindikeit. Diese Stammen oft aus einer Zeit, als noch keine genaue Abstufung in IPS möglich war.

Manche Hersteller verwenden diese jedoch bis heute. Begriffe sind Intermediate, Type I-V, Super Sink oder Slow Sink. Dabei gibt es durchaus die Mehrfachverwendung von Begriffen für verschiedene Sinkgeschindigkeiten gebraucht wird. Eine Übersicht ist weiter unten zu finden.

Slow, Medium und Fast Sinkers

Eine Unterteilung ist in Slow Medium und Fast Sinkers. Die Unterteilung ist sehr grob. Slow Sinker umfasst alles bis 2 IPS, Medium Sinkers alles zwischen 2 IPS bis etwa 5 IPS. Alles über 5 IPS ist Fast Sinking.

Type I-V

Eine weiter Unterteilung ist die Unterteilung in Type I bis V. In den Stufen gibt es gewisse überschneidungen. Type I steht für langsam sinkende Schnüre bis 2 IPS. Type II sind Schnüre zwischen 1.5 IPS und 3.5 IPS. Type III sind Schnüre von 2 IPS bis 4 IPS. Type IV und V sind Schnüre zwischen 3.5 IPS und 6.5 IPS.

Di

Di bedeutet Density Index in IPS. Di bedeutet daher nichts anderes als IPS. Oft findet man Angaben wie Di-7 oder Di-3.

Hover

Hover bezeichnet Sinkschnüre die nur sehr langsam sinken, mit 0.5 IPS. Das reicht um die Fliegenschnur unter Wasser zu ziehen, die Schnur brauch jedoch für einen Meter 77 Sekunden. Hover bedeutet übersetzt so viel wie schweben.

Die Schnüre schweben sozusagen unter der Wasseroberfläche. Eingesetzt werden Hover Schnüre vor allem im Meer oder Seen. Schnur und Fliege werden unter Wasser gezogen, bleibt aber recht hoch in der Wassersäule.

Intermediate

Intermediate Schnüre bezeichnet Sinkschnüre bis zu 2 IPS. Intermediate Schnüre sind also langsam sinkende Fliegenschnüre. Intermediate wird oft auch einfach mit dem Buchstaben I abgekürzt.

Bei Intermediate Schnüren gibt es Teilweise eine Unterteilung in Slow Intermediate (bis und mit 1 IPS) und Fast Intermediate (1 IPS bis 2 IPS). Intermediate Schnüre werden vor allem im Stillwasser oder beim Meeresfischen eingesetzt. Die Schnüre sinken langsam, ziehen die Fliege jedoch zuverlässig unter Wasser, auch bei Wellengang.

Hi-D

Hi-D ist eine Abkürzung für High Density. Hight Density bedeutet auf Deutsch hohe Dichte. Hi-D Schnüre haben sinkraten zwischen 4 IPS bis 6 IPS.

Deep 7

Deep 7 ist eine Bezeichnung für sehr schnell sinkenden Schnüre. 7 steht hier für die Sinkrate IPS 7 bis IPS 8. Manchmal findet man auch Bezeichnungen wie Deep 6 für andere Sinkraten.

Sink

Sink ist eine Angabe von verschiedenen Herstellern. Schnüre werden beispielsweise mit Sink 2 oder Sink 4 bezeichnet. Die Angabe Sink ist jedoch für jede Schnur individuell und nur entspricht nur grob den IPS. Sink 5 bedeutet bei Gewissen Schnüren zum Beispiel 4.5 IPS bis 5.5 IPS, bei anderen 4.5 IPS bis 6 IPS. Daher muss man immer bei der Schnur vor dem Kauf prüfen, wie viel IPS die Schnur wirklich hat.

Welche IPS für welche Anwendung

Bei der Frage wie viel IPS die Sinkschnur haben muss kommt es sehr stark auf die Verwendung drauf an. Grundsätzlich muss man sich zwei Fragen stellen, wie tief will man fischen und wie schnell muss die Schnur auf die Tiefe kommen.

Grundsätzlich kann man mit einer 1 IPS Schnur auch eine Tiefe von 10m befischen, man muss die Schnur dann jedoch etwa 7 Minuten absinken lassen, bis sie auf der gewünschten Tiefe ankommt.

Anders herum kann man auch mit einer 8 IPS Schnur 0.5m unter der Wasseroberfläche fischen. Dann muss man die Schnur nur 2.5 Sekunden sinken lassen und relativ schnell einstrippen, damit die Schnur nicht zu tief sinkt.

Grundsätzlich gibt es Empfehlungen, welche IPS für welche tiefe geeignet ist. In Tiefen zwischen 0.6m bis 1.2m fischt man beispielsweise Schnüre zwischen 1.5 IPS und 3.5 IPS.  So gibt es für bestimmte Tiefenbereiche im Stillwasser Anhaltspunkte. Eine Übersicht ist in der unten stehenden Tabelle.

Beim Fischen im Fliessgewässer braucht man meistens eine Schnur mit mehr IPS als in einem See. Damit eine Fliege auch im schnell fliessendem Wasser Grundnah läuft verwendet man 4 IPS bis 8 IPS, je nach Situation.

Schnell fliessender Abschnitt im Fluss. Will man hier auf tiefe kommen, braucht man eine Schnur mit viel IPS.

In Seen hat man meistens etwas mehr Zeit daher kann man zum Ausprobieren auch gut mit einer 2 IPS oder 3 IPS Schnur starten und sehen wie man damit klar kommt. Wenn man jedoch oft an steilen Kanten oder grossen Tiefen fischt muss kann man auch direkt eine IPS 5 Schnur oder höher nehmen.

Weitere Überlegungen sind auch wie gross die Fliege ist und ob diese Beschwert ist oder nicht. Ein beschwerter Streamer sinkt besser als ein unbeschwerter und braucht daher auch eine Schnur mit weniger IPS um zuverlässig Unterwasser gezogen zu werden.

Ausserdem kommt es immer auch auf den persönlichen Geschmack an. Manche Fischer lassen die Schnur lieber langsamer absinken, manchen liegt ein schnelleres absinken lassen besser. Was einem selber am besten passt oder was am Gewässer am besten funktioniert probiert man am besten aus.  

Eine grobe Empfehlung für das Forellenfischen mit Sinkschnüren ist: Für Fliessgewässer eine Schnur mit etwa 6 IPS, für Seen eine Schnur mit etwa 1.5 IPS und eine Schnur mit etwa 4 IPS und für das Meerforellenfischen im Meer eine Schnur mit etwa 1 IPS.

Übersichtstabelle zu Sinkgeschwindigkeiten von Sinkschnüren.

Zusammenhang Grain Weight und IPS

Grundsätzlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen Grain Weight und IPS. Auch eine 300 G  Schnur kann die gleiche Sinkgeschwindigkeit wie eine 140 G Schnur haben. Eine 1 IPS bzw. 1.25 IPS kann man in den Schnurklassen 4 (140 G) bis 12 (415 G) bekommen. Sehr leichte Schnüre findet man jedoch nicht mit hohen Sinkgeschwindigkeiten. Sinkschnüre sind meistens erst ab Schnurklasse 4 erhältlich.

Leichte Schnüre können nicht so gebaut werden, dass sie schnell genug sinken um hohe IPS Werte zu erreichen. Sinkschnüre Schnurklasse 4 findet man meistens bis IPS 4. Schwere Wurfschnüre dagegen sind meisten auch mit mehr IPS also 8 IPS der mehr erhältlich.

Andere Bezeichnungen

Im Zusammenhang mit Sinkschnüren findet man auch noch andere Begriffe wie Density Compensation oder Slime. Diese Begriffe beschreiben Eigenschaften von Sinkschnüren, haben jedoch nicht zwingend etwas mit der Sinkrate zu tun.

Slime

Slime Schnüre sind klare Fliegenschnüre. Diese sind durchsichtig oder zumindest semitransparent und sollen für Fische besonders schlecht sichtbar sein. Slime war ursprünglich ein Markenname, wird jedoch auch andere transparente Fliegenschnüre verwendet. Manchmal sieht man auch die Bezeichnung Slow bzw. Fast Slime. Dies sind Slow und Fast Intermediate Schnüre.

Density Compensation

Density Compensation beschreibt das Sinkverhalten von Sinkschnüren.  Eine Sinkschnur ohne Density Compensation macht unter Wasser einen Bogen bei dem der mittlere Teil der Schnur tiefer ist als die Spitze und der hintere Teile. Eine Schnur mit Density Compensation sinkt also gleichmässig ab. An der Spitze schneller als im hinteren Teil. Ein anderer Name ist auch Seamless Density.

Sinkverhalten einer Schnur mit Density Compensation.

Parabolic Sink

Sinkschnüre mit der Bezeichnung Parabolic Sink machen beim Absinken eine Parabolische Kurve. Sie sind sozusagen das Gegenteil von Densety Compensatet Schnüren und machen den Bogen der dort vermieden werden soll extra.

Bei Parabolic Sink Schnüren findet man oft Angaben wie S3/S5/4. Dies Beschreibt die Sinkgeschwindigkeiten an der Sinkschnur. Der hintere Teil sinkt mit 3 IPS, der mittlere mit 5 IPS, der vordere mit 4 IPS.

Sinkverhalten einer Parabolic Sink Schnur.

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