Stationärrolle für Forellen

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Mit einer Stationärrolle Grösse 2500, einer Übersetzung von etwa 5.3:1, Frontbremse und einem Fassungsvermögen von 200m bei 0.20mm hat man eine solide Allroundrolle zum Forellenfischen. Je nach einsatzgebiet und Art zu fischen kann man auch auf andere Rollen zurückgreifen, und so besser bzw. einfacher fischen.

Für Forellen werden Rollen zwischen Grösse 1000 und 3000 verwendet. Die Übersetzung sollte irgendwo zwischen 5:1 und 5.9:1 liegen. Die Anzahl der Kugellager wird meistens gross angepriesen, ist aber nicht so entscheidend. Solide Rollen können auch mit drei bis fünf Kugellagern gut funktionieren. Beim Drill wird die Kraft des Fisches auf Schnur, Rolle und Rute verteilt. Die Rolle ist somit ein wichtiges Element im Setup, was sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn sie nicht so funktioniert wie sie sollte und blockiert.

Rollen in verschiedenen Grössen und Preisklassen zum Forellenfischen.

Die Rolle sollte somit immer schön rund laufen. Am besten lässt sich dies feststellen in dem man die Rolle ausprobiert. Im Angelladen kann man gut verschiedenen Rollen testen in dem man einfach ein paar Umdrehungen mit der Kurbel macht. Je einfacher und glatter die Rolle läuft, desto besser. Eine gute Forellenrolle bekommt man ab etwa EUR 40.- bzw. CHF 70.-. Grundsätzlich sollte man jedoch lieber etwas mehr investieren, vor allem wenn man intensiv fischt. Forellen haben ein weiches Maul, daher ist die Gefahr von Aussteigern gross. Teurere Rollen halten länger, laufen länger rund und lassen sich besser einstellen, was schlussendlich zu weniger Aussteigern führt.

Grundsätzlich ist die Rolle wichtig, jedoch nicht Entscheidend. Wenn man bereits eine andere, Rolle für andere Fischarten hat kann man auch diese verwenden. Wichtig ist, dass man die Bremse gut einstellen kann. Auch wenn man eine dickere Schnur (grösser als 0.20mm) auf der Rolle hat, kann man immer noch ein dünnes Vorfach verwenden.

Wie erkennt man gute Rollen zum Forellenfischen

Um eine gute Rolle zu finden sollt man wenn möglich verschiedene Modelle miteinander vergleichen. Einfach ein paar Umdrehungen mit der Rolle machen und schauen wie sie läuft. Gute Rollen müssen rund laufen, es darf nichts kratzen oder wackeln. Die Bremse sollte sich stufenlos einstellen lassen und darf beim Abziehen nicht blockieren. Die genannten Schwachstellen verschlimmern sich meistens im Verlauf der Zeit. Wenn die Rollenbremse schon anfangs etwas blockiert, wird es beim Verwenden nicht besser. Schwachstellen machen sich vor allem im Verlauf der Zeit bemerkbar. Wie gut eine Rolle ist, zeigt sich meistens erst nach zwei oder drei Jahren. Tests sind daher meistens nur begrenzt aussagekräftig.

Rollengrösse für Forellen

Die Rollengrösse gibt eine grobe Orientierung darüber, wie der Durchmesser der Spule ist, wie viel Schnur darauf passt und wie schnell diese wieder eingeholt werden kann. Für Forellen werden Rollen bis maximal Grösse 3000 verwendet. Je nach Art des Gewässers kommen unterschiedliche Grössen zum Einsatz. Kleineren Gewässern ist man mit einer Rolle zwischen Grösse 1000 bis 2500 gut bedient. An Seen, wo man etwas weiter werfen kann, kann man auch grössere Rollen bis 3000 verwenden. Bei der Rollenwahl gilt, so klein wie möglich, so gross wie nötig. Grosse Rollen haben grundsätzlich den Vorteil, dass man weiter werfen kann. Aufgrund des grösseren Spulendurchmessers ist der Widerstand kleiner als bei kleinen Rollen. Je grösser die Rolle wird, desto schwerer und teurer wird sie aber auch. Grade an fliessenden Gewässer oder beim Spinnfischen wo man oft auswerfen muss und die Rute die ganze Zeit in der Hand hat macht sich ein höheres Gewicht schnell bemerkbar. Zudem ist beim aktiven fischen meist auch nicht so viel Schnur notwendig wie beim setzten auf Grund.

Relativ grosse Rolle, hauptsächlich für das Grundangeln am See.

Grundsätzlich kann man bei der Wahl der Rollengrösse auch einfach nach dem Schnurbedarf gehen. Würfe von über 150m sind beim Forellenfischen meistens nicht nötig. Wenn man noch 50m Schnurreserve mit einberechnet kommt man auf ein benötigtes Fassungsvermögen von 200m. Zum Forellenfischen reicht ein 0.18mm bis 0.20mm Schnur aus. So ist man mit einer Rolle Grösse 1000 bis 2500 ausreichend gerüstet. Mehr zur richtigen Schnur für Forellen gibt es übrigens in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Teilweise gibt es spezielle Rollen für leichtes Forellenfischen. Die Rollengrösse geht teilweise bis 6000. Die Rollen haben eine spezielle Spule, so dass nur etwa 100m bis 150m Schnur auf die Rolle passen. Diese Rollen sind ebenfalls sehr leicht gebaut, so dass sie nicht schwerer als eine 2500 Rolle sind. Eine Solche Rolle macht vor allem beim leichten Fischen (bis ca 10g) in Seen bzw. Forellenteichen sinn. So kann man mit leichten Montagen auch eine ordentliche Reichweite erzielen.

Je grösser die Rolle ist, desto mehr Schnur kann man auch einholen. Grade beim Fischen auf grosse Distanz kann es daher sinnvoll sein, eine grosse Rolle zu verwenden um den Fisch schnelle zu landen und so Aussteiger zu vermeidenden. Ein weiterer Faktor ist, dass die Rolle auf die Rute abgestimmt werden sollte. Grösse Rollen sind schwerer und eignen sich daher auch eher für längere Ruten, welche einen grösseren Hebel hat. So kann man ein Gegengewicht machen und das Werfen wird etwas einfacher.

Die Spule sollte zudem Konisch geformt sein. Dies bedeutet, dass sie nach innen etwas schräg zuläuft. Die Meisten modernen Spulen sind jedoch schon so gebaut.

Rollenbremse für Forellen

Es gibt verschiedenen Bremssysteme. Verbreitet sind vor allem Heck- und Frontbremsen. Zudem gibt es bei Teureren Rollen auch eine Kampfbremse, diese ist für Forellen jedoch nicht notwendig. Der wichtigste Unterschied zwischen Heck- und Frontbremse ist, dass man Frontbremsen besser einstellen und die Spule bei Heckbremsen einfacher wechseln kann.

Zwei Rollen, eine mit Front-, eine mit Heckbremse.

Bei Rollen mit Frontbremsen ist die Bremse vor, bzw. auf Höhe der Spule verbaut. Die Bremsscheibe und das Einstellrad sind grösser als bei einer Rolle mit Heckbremse. Rollen mit Frontbremsen lassen sich daher besser und genauer einstellen. Zudem sind Frontbremsen solider als Heckbremsen. Heckbremsen haben den Vorteil, dass man die Rolle meistens relativ einfach wechseln kann. Zudem kann eine Heckbremse während dem Drill einfacher verstellt werden.

Für Forellen ist die Frontbremse die bessere Wahl. Beim Forellenfischen ist es wichtig, dass die Bremse gut eingestellt ist. Zum einen fischt man mit vergleichsweise eher dünnen Schnüren. Daher ist der Spielraum für Fehler kleiner als bei dickeren Schnüren. Je dünner die Schnur, desto besser muss die Bremse eingestellt sein. Heckbremsen lassen sich, vor allem wenn sie schon etwas älter sind immer weniger präzis und eher ruckartig einstellen. Dies macht sich auch beim Bremsverhalten bemerkbar. Forellen haben zudem ein eher weiches Maul. Ist die Bremse zu stark eingestellt oder Ruckt beim Drill kann dies Schnurbruch oder Aussteiger bedeuten.

Rollenbremsen sollte man vor dem Einlagern, egal über kurze oder lange Zeit, lockern. So wird die Mechanik entlastet und die Rolle läuft länger rund. Vor dem nächsten Fischen muss die Bremse meistens sowieso wieder richtig eingestellt werden.

Kugellager zum Forellenangeln

Mit der Anzahl der Kugellager machen viele Herstelle für besonders gute Ruten, die Angabe der Anzahl ist jedoch nicht wirklich relevant. Es gibt solide Rollen welche einwandfrei funktionieren mit drei bis fünf Kugellagern, mehr sind daher grundsätzlich nicht nötig. Entscheidend ist, wie gut die Kugellager laufen bzw. die Qualität der Kugellager und wie gut die Rolle zusammengebaut ist. Gut ist, wenn man die Rolle vor dem Kauf ausprobieren kann. Die Rolle sollte dabei Rund laufen, keinen Widerstand haben und auch nicht holpern.

Schnurfassung für Forellen

Die Schnurfassung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Zum Fischen an kleineren Gewässern reichen 150m Schnur (100m zum Werfen plus 50m Reserve), an grösseren Seen 200m Schnur (150m zum Werfen plus 50m Reserve) aus. Mit mehr muss man nicht rechnen, eher mit weniger. Je nach Herstellern findet man verschiedene Angaben zum Fassungsvermögen, was etwas verwirren kann. 200m Fassungsvermögen für eine Schnur von 0.20mm ist aber auf jeden Fall genug. Eine 2500 Rolle hat dieses Fassungsvermögen in Normalfall.

Die Schnurfassung der Rolle steht meistens auf der Rolle.

Das Fassungsvermögen hängt natürlich auch davon ab, welche Schnur man verwenden möchte. Eine dünne geflochtene Schnur benötigt weniger Platz auf der Spule als eine monofile Schnur mit gleicher Tragkraft. Möchte man mit einer geflochtenen Schnur fischen, muss man entweder Füllschnur auf die Rolle machen oder man wählt eine Rolle mit weniger Schnurfassung. Teilweise werden gleiche Rollenmodelle auch mit verschiedenen Schnurfassungen angeboten. Der Kern der Spule ist dann etwas grösser, so das weniger Schnur auf die Rolle muss.

Gewicht Rolle zum Forellenangeln

Das Gewicht der Rolle ist beim Forellenangeln grundsätzlich sekundär, ausser man fischt aktiv. Beim aktiven fischen, wie beispielsweise Spinnfischen oder Zapfenfischen im Fluss ist man um jedes Gramm weniger froh. Wenn passiv auf Grund setzt ist es praktisch, wenn die Rolle ein Gegengewicht zur langen Rute bildet. So ist das Werfen etwas einfacher. Dies ist jedoch kein muss. Wenn man aktiv fischt, sprich die ganze Zeit immer wieder auswirft und wieder einholt ist eine leichte Rolle von Vorteil, da man so Kraft spart. Je leichter die Rolle wird desto teurer ist sie auch. Ein gutes Gewicht für eine Rolle zum Spinnfischen auf Forellen ist 300g. Sehr leichte Rollen sind 250g oder darunter, kosten aber meisten auch mehr.

Wie viel kostet eine Rolle zum Forellenfischen

Eine solide Rolle bekommt man für etwa EUR 40.- oder CHF 70.-. Bei Rollen, vor allem von bekannten Herstellern, bekommt man eigentlich immer was man Bezahlt. Je teurer die Rolle, desto besser die Qualität. Die Qualität macht sich vor allem in Grenzsituationen oder im Verlauf der Zeit bemerkbar. Teurere Rollen bleiben länger am Anfangszustand, laufen besser und lassen sich besser einstellen, was schlussendlich mehr Fische bedeutet. Wer nur einige Male im Jahr an einen See geht und auf Grund setzt kann auch gut eine günstigere Rolle verwenden. Wer jedoch vielleicht auch mehrmals pro Woche am Wasser ist und die Rolle stark beansprucht sollte lieber etwas mehr investieren. Beansprucht wird die Rolle beispielsweise, wenn sie fallen gelassen wird. Günstige Rollen vertragen Wasser oder Sand im Getriebe weit schlechter als bessere Modelle. Auch Spinnfischen ist eher beanspruchend für Rollen. Durch das häufige Einkurbeln lösen sich Teile schneller.

Übersetzung für Rollen zum Forellenfischen

Je nach Art des Fischen wird beim Forellenfischen eine Übersetzung von 5:1 bis 5.9:1 verwendet. Die Übersetzung oder auch Gear Ratio sagt aus, wie viel Umdrehungen die Spule bei einer Umdrehung der Kurbel macht. Bei einer Übersetzung von 5:1 macht die Spule fünf Umdrehungen, wenn man mit der Kurbel eine macht. Je höher die Übersetzung, desto teurer sind die Rollen meisten auch. Die Wahl der Übersetzung ist auch etwas Geschmackssache. Grade bei aktiv geführten Ködern hängt es vom persönlichen Geschmack ab, wie schnell der Köder geführt werden soll und wie man dies am besten kontrollieren kann.

Typische Übersetzung 5.2:1 zum Forellenfischen.

Wenn man passiv fischt reicht eine Übersetzung von 5:1 grundsätzlich aus. Mit einer höheren Übersetzung kann man den Fisch jedoch schneller Drillen und die Gefahr von Aussteigern sinkt. Beim Spinnfischen ist eine Übersetzung zwischen 5.5:1 und 5.9:1 zu empfehlen. Grundsätzlich kann man auch hier mit einer tieferen Übersetzung fischen, wenn man den Spinnköder jedoch etwas schneller einholen möchte, kann es schnell passieren, dass die Rutenspitze anfängt stark zu wackeln und der Köder nicht mehr in der gewünschten Bahn bleibt. Wenn man in der Strömung fischt kann es mit tiefen Übersetzungen auch passieren, dass der Spinnköder nicht genug Zug bekommt und so wirkungslos im Wasser treibt.

Die Übersetzung ist jedoch nur bedingt aussagekräftig. Bei verschiedenen Rollengrössen variiert der effektive Schnureinzug teilweise stark. Bei einem Hersteller hat das gleiche Modell Übersetzung 5:1 Grösse 1000 einen Schnureinzug von 61cm während das Modell Grösse 2500 einen Schnureinzug von 71 cm hat. Der effektive Schnureinzug in cm pro Kurbelumdrehung ist daher aussagekräftiger.

Schnureinzug pro Kurbelumdrehung für Forellen

Für Forellen wird ein Schnureinzug pro Kurbelumdrehung von 60cm bis 75cm verwendet. Die Wahl des Schnureinzug ist auch hier vor allem Geschmackssache, wie bei der Übersetzung. Für Passives Fischen reichen auch Rollen mit Schnureinzug von 60cm pro Kurbelumdrehung. Zum aktiven Fischen werden eher Rollen mit mehr Schnureinzug, also ab 68cm pro Umdrehung oder mehr verwendet. Warum man lieber weniger oder mehr Schnureinzug wählen sollte, ist bereits im vorherigen Absatz über die Richtige Übersetzung beschrieben.

Der Schnureinzug pro Umdrehung ist meistens nicht auf der Rolle angegeben. In Online Shops oder auf Verpackungen findet man jedoch die Angaben meistens (Screenshot bernhard-fishing.ch)

Maximale Bremskraft für Forellenrollen

Die Maximale Bremskraft der Rolle ist beim Forellenfischen nicht wirklich relevant. Die Bremskraft sollte auf die Tragkraft der Schnur abgestimmt sein. Eine Typische Forellenschnur hat eine Tragkraft von etwa 3.5kg. Daher Reicht es wenn die Rolle etwa diese Bremskraft hat. Mehr ist definitiv nicht nötig, da man sonst sowieso nur einen Schnurbruch bekommt. Die Bremskraft der Rolle wird übrigens bei leerer Rolle gemessen. Bei einer vollen Spule verringert sich die Bremskraft bis auf bis zu 60%, je nach Rollengrösse und wie viel Schnur man auf der Rolle hat. Beim Forellenfischen werden die Rollen aufgrund der vergleichsweise tiefen Tragkraft der Schnüre aber auch eher weich eingestellt.

Stationärrolle oder Baitcastaster für Forellen

Ob man eine Stationärrolle oder doch lieber eine Baitcastrolle verwenden will, hängt vom persönlichen Geschmack und vom Budget ab. Der Vorteil von Stationärrollen ist, dass sie vielfältig einsetzbar sind, von Spinnfischen über Sbirolino bis hin zum Setzen auf Grund. Baitcastrollen sind ausschliesslich zum Spinnfischen gedacht. Zudem braucht man zur Baitcastrolle eine Baitcastrute, was das ganze Setup teurerer macht.

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