Fischen am Tomasee – Infos und Erfahrungsbericht

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Der Tomasee (Gewässernummer 1001) ist die offizielle Rheinquelle. Der See liegt im Bündner Oberland nahe des Oberalppasses. Wie in den meisten Bündner Seen kann man auch im Tomasee fischen. Ein besonderes Erlebnis wenn man überlegt das man am ersten der 1230 Rheinkilometer steht und wie wichtig die Fischerei am Rhein ist. Wie in den meisten Bündner Gewässern ist das kantonale Patent gültig. Alle Infos zum Bündner Patent gibt es in diesem Artikel.

Der See ist wunderschön, zum befischen leider schwierig. Da noch nicht viel Sediment eingetragen wird, ist der See meisten glasklar. Die Fische sind sehr heikel und beissen vorsichtig.

Sicht über den See von Westen nach Osten.

Anreise/Wanderung

Wie bereits geschrieben, liegt der Tomasee in der Nähe des Oberalppasses. Von Chur muss man etwa 1 1/2 Stunden Fahrzeit einplanen. Der Parkplatz am nächsten zum See ist bei etwas unterhalb des Passes. Ist dort alles voll kann man aber auch am Pass selber parkieren. Für die Wanderung sollte man zwischen 1h und 1 1/2h einplanen. Die Wanderung selber ist konditionell nicht sehr anspruchsvoll, technisch gibt es aber einige heikle stellen. Für unerfahrene durch aus Anspruchsvoll. Gute Schuhe sind daher ein muss. Es müssen nicht grade Bergschuhe sein, ein stabiler Trekkingschuh ist jedoch sinnvoll.

Der See

Tomasee bedeutet so viel wie See beim Hügel. Dies beschreibt die Umgebung relativ gut, der See liegt in einer senke, mit einem kleinen Auslauf an der Westseite. Die Fläche beträgt fast  3 ha und die Maximale Tiefe wird mit etwa 11m angegeben. Der See ist ein natürlicher Bergsee. Der einzige grössere Zufluss befindet sich an der Ostseite. Dort haben sich über die Zeit Sedimente abgelagert, der See ist darum beim Zufluss relativ flach. Auch das Nordufer ist nicht besonders tief, man sieht ziemlich weit bis zum Grund. Das Ost-, Nord und Westufer ist relativ gut zugänglich an allen Stellen. Der See ist an diesen drei Ufern aber am flachsten. Die tieferen Stellen sind am Südufer, dieses ist jedoch schlecht zugänglich.

Grün eingekreist, die tiefen Stellen. Hier Lohnt sich das Fischen eher. Rot markiert die flachen Stellen. Hier ist das fischen eher schwieriger.

Da der See am Anfang des Rheins liegt, wird auch nicht so viel Sediment vom Bach mitgeführt, der See ist darum meisten Glasklar. Im Winter friert der See komplett zu. Wer also zum beginn der Saison am 1. Mai dort fischen will muss damit Rechnen, dass der See noch komplett zugefroren ist. Der See liegt au 2345 m.ü.M., was bedeutet, dass man auch im Juni noch mit Eis auf dem See rechnen muss. Aufgrund der höhe muss man bei schlechtem Wetter in jedem Monat mit Schnee rechnen.

Wind ist hier meistens ein Thema. Meistens geht ein starker Wind am Oberalppass und auch die Region beim Tomasee bleibt davon nicht verschont. Gute ist jedoch, dass der See in einer Senke liegt und darum vor allem am Westufer sehr geschützt ist.

Im See liegen an einigen Stellen grössere Steine von Felsstürzen. Um diese Steine herum kann man oft Fische beobachten, diese verstecken sich im Schutz und Schatten der Steine. Ansonsten ist der Seegrund ziemlich eben. Man muss kein Kraut fürchten. An teilen ist der Seegrund eher Schlammig.

Fischbestand

Neben einem grossen Bestand von Seesaiblingen gibt es im Tomasee auch Bachforellen und Namaycush. Ausserdem gibt es Elritzen. Natürlich kommen im See jedoch keine Fische vor, alle Fische gehen auf Besatzmassnahmen zurück. Aktuell wird jedoch nur der Bachforellen bestand bewirtschaftet.

Für die Seesaiblinge im Tomasee gelten besondere Bestimmungen. Es besteht (Stand 2018) kein Mindestfangmass und keine Mindestfanggrösse. Der Bestand an Seesaiblingen ist sehr gross, was bedeutet, die Fische wachsen nicht über ein bestimmtes Mass. Vor einigen Jahren wurden Fische in gewissen Bergseen untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Fische zwar ein hohes alter haben, jedoch nicht das Mindestfangmass erreichen. Aus diesem Grund wurde in verschiedenen Seen das Mindestfangmass für gewisse Fische aufgehoben, darunter auch im Tomasee.

Trotz dem geringem Bachforellenbestand und des hohen Seesaiblingbestandes habe ich einige Fische gesehen die sicher grösser als 24cm waren.

Tipps zum Fischen

Die klassische Variante, mit Made auf Grund gesetzt.

Die Fische im Tomasee sind ziemlich bissscheu. Man sollte also mit vorsichtigen Methoden fischen, ein grosser Spinner ist eher unangebracht. Gut funktionieren hier sicher auch vorsichtige Methoden wie ein Gummifisch (5 cm). Um weiter zu werfen, kann man auch ein Spirulino vorschalten. Beim Spinnfischen sollte man auch immer die Elritzen im Hinterkopf haben und, wenn man Zeit hat Köderfische fangen oder, wenn man hat, einen Köder mit Elritzenfarben mitbringen. Falls du mehr über vorsichtige Methoden wissen willst empfehle ich dir diesen Artikel zu Vorsichtigen Methoden.

Der Tomasee ist ausserdem zum Fliegenfischen interessant. Durch den Kessel ist for allem die Westseite auch bei stärkerem Wind glatt und man sieht Kreise von fressenden Fischen. Man hat durch den Talkessel jedoch auch eher weniger Platz zum Werfen. Die einzige Stelle an der man ungehindert werfen kann ist das Ostufer, dieses ist zum fischen jedoch nicht so interessant da der See hier ziemlich flach ist.

An Bergseen ist aus Grund setzen meistens einen Gute Idee. Die Bienenmade ist bei Bündner Fischern ein beliebter Köder und auch sehr fängig. Wer auf Grund setzt solle auch darauf achten, dass eine Made am Boden liegt. Die meisten Bisse kommen auf die Bodenmade. Hänger in Pflanzen muss man nicht fürchten. Ein Tirolerhölzl kann aufgrund des schlammigen Boden sinn machen, da dieses nicht zu tief im Schlamm versinkt.

Fliegenfischen am Tomasee. Mit dünnem Silk am Vorfach gab es trotzdem nur einige Fehlbisse.

Persönlicher Eindruck

Mir persönlich gefällt der Tomasee sehr gut. Neben der Wanderung und der Tatsache, dass es sich um die Rheinquelle

handelt ist es auch ein wunderschöner Ort zu Fischen. Gefangen habe ich an dem Tag leider nur eine zu kleine Bachforelle die wieder Schwimmt (biss auf die Bodenmade). Nachträglich gesehen würde ich aber auch einiges anders machen. Auf Grund gesetzt habe ich eher an zu flachen Stellen. Ausserdem hatte ich anfangs Angst vor Hängern, so dass ich eine schlechte Montage verwendet habe bei der sich die Bodenmade immer verheddert hat.

Mit dabei an dem Tag war auch die Fliegenrute. Grundätzlich eine sehr gute Wahl, da an dem Tag die Fische an der Oberfläche waren. Leider sind meine Fliegenfischerskills nicht die besten. Aus diesem Grund lief es mit der Fliegenrute eher harzig. Einige Fliegen und ein Vorfach sind in der Vegetation um den See geblieben. Als Köder habe ich an dem Tag eine kleine CDC in Grau und ein Parachute in Schwarz verwendet. Die Fische haben sich durchaus für die Fliegen interessiert, leider aber immer nur sehr spitz gebissen und sich nicht gehakt.

Ich habe mir vorgenommen wiederzukommen, jedoch besser vorbereitet.

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