Was Fressen Forellen?

In Wissen by Bastian2 Comments

Forellen sind Raubfische und fressen ziemlich alles was im Wasser lebt. Egal ob Insektenlarven, Würmer, Insekten welche auf dem Wasser treiben, Würmer bis hin zu anderen Fischen oder anderen Tieren wie Mäusen.

Forellen fressen hingegen keine Pflanzen. Diverse mögliche Beutetiere findest du später im Beitrag. Alle Fische, welche mit den Forellen verwandt sind (Lachsfische) haben diese Ernährung.

Je kleiner das Maul desto kleiner die Nahrung. Von Bachforelle über Regenbogenforelle, Äsche, Saiblinge oder Lachse. Als Köder ist daher alles interessant, was ein Lebewesen imitiert.

Grösse der Nahrung

Je grösser der Fisch und je grösser das Fischmaul desto grösser kann auch die potenzielle Nahrung sein. Je kleiner der Fisch und sein Maul desto kleiner ist auch die Nahrung. Fischlarven ernähren sich zuerst vom Dottersack, danach gehen sie auf Jagt von Zooplankton, Mikroorganismen im Wasser.

Grosse Forellen können dagegen auch andere Tiere fressen zum Beispiel andere Fische aber auch andere Wirbeltiere. Die Grösse der Nahrung kann im Verhältnis zum Fisch jedoch sehr gross sein. Kriterium ist, dass die Beute durch das Maul und in die Bauchhöhle passt. Eine 30cm Forelle kann locker einen 10cm grosse Beute fressen. Ein gutes Beispiel, wie gross Forellennahrung sein kann ist dieses Foto auf Facebook.

Jagdsinne

Forellen haben verschiedene Sinne zum Jagen. Die Augen der Forelle sind anders als die des Menschen. Forellen sehen undeutlicher und schlechter als Menschen. Forellen haben zudem eine Geschmacks bzw. Geruchssinn.

Was an der Luft Geschmack und Geruch sind ist unterwasser ein Sinn, welchen Forellen wahrnehmen. Dieser Sinn wird jedoch nicht primär zum Jagen verwendet, sondern eher im Sozialverhalten.

Forellen haben ausserdem das Seitenlinienorgan. Damit nehmen die Fische Druckveränderungen im Wasser wahr, so erkennen Forellen, was sich wo im Wasser bewegt. Forellen sin übrigens nicht auf alle Sinnen angewiesen. Sie finden auch im trüben Wasser Nahrung. Auch komplett erblindete Forellen können Jahrelang leben, nicht nur überleben.

Seitenlinienorgan, wichtig für die Jagt, gut sichtbar bei diesen Forellen.

Fressverhalten von Forellen

Das Fressverhalten der Forellen hängt davon ab, wo die Forellen leben. In einen Bergbach stehen die Forellen oft an Orten so sie Nahrung aus der Strömung picken können. In Seen hingegen ziehen die Fische oft umher um Nahrung zu suchen. Forellen fressen grundsätzlich den ganzen Tag und auch in der Nacht.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Forellen im Bach bis zu 86% der Tageslichtperiode in der Strömung nach Nahrung suchen. Egal ob morgens, Mittag oder Nachmittags, wenn es 30°C in der prallen Sonne ist.

Die Wassertemperatur hat den grössten Einfluss auf das Fressverhalten von Forellen. Forellen sind, Wechselwarme Tiere und daher von der Wassertemperatur Abhängig. Unter 5°C Wassertemperatur sind die Fische sehr passiv und fressen praktisch nichts. Zwischen 5°C und 10°C werden die Fische aktiver.

Ab 10°C Wassertemperatur erwacht auch das Leben im Gewässer. Dann fangen Insekten an zu schlüpfen und die Forellen sind Aktiver. Die optimale Wassertemperatur liegt bei 15°C, dann fühlen sich Forellen am wohlsten. Bachforellen fressen bis 20°C Wassertemperatur, Regenbogenforellen auch bis 24°C. Wassertemperaturen über 24°C sind tödlich für Forellen.

Je grösser Forellen sind, desto Temperaturabhängiger werden sie. Kleine Forellen sind noch sehr stark von der Wassertemperatur abhängig. Es gibt aber Untersuchungen mit grösseren Forellen über 60cm, welche gezeigt haben, dass die Fische praktisch bei jeder Wassertemperatur im Schutz der Dunkelheit jagen, egal ob Sommer oder Winter.

Art der Forellennahrung

Wie bereits beschrieben, fressen Forellen ziemlich alles was im Wasser lebt. Dabei sind Forellen ziemlich opportunistischt und nehmen praktisch alles was für sie fressbar ist. Wie bereits gesagt kann es alles sein was tierisch ist, von Zooplankton bis zu Mäusen, nur keine Pflanzen.

Manche Forellen spezialisieren sich im Lauf des Lebens auf gewisse Nahrung. Manche Forellen spezialisieren sich speziell auf grössere Tiere wie andere Fische oder Landwirbeltiere. Diese Forellen entwickeln auch ein grösseres Maul. Andere Forellen spezialisieren sich auf kleinere Lebewesen und haben ein kleineres Maul. Zuchtforellen haben aufgrund der Fütterung meistens eher kleine Mäuler. Das bedeutet nicht, dass ein Fisch mit grossem Maul sich nur von grösseren Tieren ernährt.

Zudem kommt es auch immer darauf an, welche Nahrung grade verfügbar ist. Findet grade ein Schlupf statt, fressen sich die Forellen daran satt, Nahrung ist dann meistens im Überfluss vorhanden und anderes ist wenig interessant. Dies können Insekten sein aber auch andere Lebewesen wie Kaulquappen oder Fische.

Forellen nehmen aber auch mehr oder weniger zufällig Sachen die durchs Wasser treiben ins Maul. Sobald sie jedoch merken, dass es nichts fressbares ist, spucken sie es jedoch direkt wieder aus.

Zooplankton

Zooplankton sind Kleinstlebewesen im Wasser. Wenn Forellen nach dem Schlüpfen den Dottersack aufgebraucht haben, fressen die jungen Fische Zooplankton. Zooplankton lebt oft in Pflanzen oder Algen. Auch grössere Fische interessieren sich durchaus für das Zooplankton in den Algen. Bei Regenbogenforellen findet man daher auch ab und zu Algen im Magen. Bachforellen hingegen kauen vorbeitreibende Bündel durch und spucken sie wieder aus.

Zooplankton ist aber auch eine wichtige Nahrungsquelle im See. Manche Forellen schwimmen, wie ein Wal, mit offenem Maul durch die Zooplanktonwolken im See und fressen so.

Insekten

Insekten gibt es in und an Gewässern in diversen Formen und Grössen. Für Forellen sind grundsätzlich alle Insekten interessant. Sei es ein Grashüpfer der ins Wasser gefallen ist oder eine Larve im Wasser (von Zuckmückenlarven bis Köcherfliegenlarven). Manche Insekten verbringen ihr leben bis zum Schlüpfen im Wasser.

Solche Steinfliegen verbringen das Larvenstadium im Wasser und legen die Eier ebenfalls im Wasser. Forellen lassen sich eine solche Nahrungsquelle nicht oft entgehen.

Diese können einen grossen Anteil der Forellennahrung ausmachen. Teilweise fressen Forellen bis zu 80% Nymphen. Der Anteil der Oberflächeninsekten ist dagegen meistens eher gering, sofern nicht grade ein Schlupf stattfindet. Teilweise fressen Insekten aber auch Insekten welche knapp übers Wasser fliegen. Es gibt spektakuläre Videos von Forellen welche aus dem Wasser springen um tiefliegende Libellen zu schnappen.

Forellenmagen im Frühling, voll mit kleinen Insektenlarven.

Krebstiere

Ein weitere Nahrungsquelle sind Krebstiere. Grosse, ausgewachsene Flusskrebse sind für Forellen eher schlecht zu fressen. Bis ein Flusskrebs jedoch geschlechtsreif ist und eine gewisse Grösse hat, vergehen etwa drei Jahre. Grade wenn die Krebse noch klein sind, werden sie gerne von Forellen gefressen.

Zu den Krebstieren gehören jedoch auch die Flohkrebse, kleine Krebstiere welche zwischen 14mm und 21mm gross sind. Flohkrebse werden von Forellen ebenfalls gerne gefressen. Ist der Anteil an Flohkrebsen in der Nahrung hoch, färbt sich das Fleisch der Forellen rot. Ausserdem gibt es noch diverse andere Krebstiere wie beispielsweise Wasserasseln. Auch diese werden von Forellen gefressen.

Würmer/Blutegel

Würmer sind eine willkommene Nahrungsquelle für Forellen. Seien es Regenwürmer, welche bei einem Regenschauer ins Wasser gespült werden oder auch im Wasser lebende Würmer. Es gibt etliche im Wasser lebenden Wurm Arten in allen Grössen, zwischen einigen Millimetern und mehr als 10 cm und Farben von Schwarz über fast durchsichtig bis hin zu Rot. Zu den Würmer gehören übrigen auch Blutegel.

Grade nach dem Winter findet man an Forellen oft Egel. Diese können schnell vom Jagenden zum gejagten werden. Sobald die Temperaturen etwas steigen, sind die Egel beliebte Beute bei Forellen. Im Meer fressen Forellen auch gerne grössere Seeringelwürmer.

Fische

Neben allem anderen fressen Forellen auch kleinere Fische. Neben kleineren Arten wie Elritzen oder Groppen kommt auch Kannibalismus vor. Vor allem Forellen, welche ein Räubermaul entwickelt haben, jagen kleinere Fische. Forellen sind aber auch Aasfresser, falls sich die Gelegenheit ergibt.

Kleine Fische sind Beute für grössere Forellen.

Andere Wirbeltiere

Schlussendlich ernähren sich Forellen auch von anderen Wirbeltieren ausser Fischen. Wasserlebewesen wie Frösche oder Molche und natürlich auch die Jugendformen, Kaulquappen. Forellen fressen aber auch gerne Mäuse, wenn Sie welche erwischen. Gerüchteweise habe ich auch schon von einer Forelle gehört, die eine komplette Wasseramsel (18cm grosser Vogel) verschluckt hatte.

Kleiner Frosch. Sobald er im Wasser ist, potentielle Forellennahrung.

Comments

  1. Hallo, das verückteste was ich scho gefunden habe ist bei einem Kanadier im Wägital eine Eidechse und bei einer Bachforelle ein Legostein Denn Rekord aber hatte eine Bachforelle mit 48 cm. aus der Sihl mit 6 Fröschen

    1. Author

      Hoi Werni
      Schon verrückt, was Forellen so alles fressen. Dann binde ich wohl mal eine Fliege aus Legosteinen (;

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