Welche Spinnköder gibt es?

In Spinnfischen by Bastian2 Comments

Zum Spinnfischen gibt es diverse Arten von Ködern. Diese variieren in Form, Grösse, Farbe, Form und Funktionsweise stark voneinander. Grundsätzlich sollten aber alle Spinnköder leichte Beute für Raubfische vorgaukeln. Sie sind also für das Fischen auf Raubfische (Hecht, Barsch und Zander) sowie Forellen konzipiert. Es können aber auch durchaus andere Fische wie Döbel oder Rapfen einsteigen. Auch Äschen oder Karpfen nehmen manchmal Spinnköder, das ist aber eher die Ausnahme. Wieso Fische überhaupt beissen erfährst du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Der Name Spinnköder kommt vom englischen to spinn (drehen). Spinnköder sind also Köder welche eingekurbel (eingedreht) werden. Bei Spinnködern gibt es grundsätzlich zwei Kategorien: Hardbaits und Softbaits. Auf deutsch heisst das nichts anderes als Hart- und Weichköder. Hardbaits sind wie der Name schon sagt alle harten Köder, darunter fallen Wobbler, Spinner oder Löffel. Softbaits beinhalten eigentlich nur Gummiköder.

In diesem Beitrag geht es nur um die Ausführung der Spinnköder. Ebenfalls Relevant ist die Farbe. Mehr zur Farbwahl von Ködern findest du in diesem Beitrag auf Alpenforelle. Mehr Beiträge zum Spinnfischen findest du übrigens hier auf Alpenforelle.

Verschiedene Spinnköder in einer Köderbox

1 Spinner

Der Spinner zeichnet sich durch das Spinnblatt aus. Dieses rotiert beim Einholen und produziert so eine Druckwelle. Am Ende ist meistens ein Drillingshaken oder ein Einzelhaken. Spinner sind einfach zu führen, man holt sie gleichmässig ein. Spinner sind oft sehr günstig und in den verschiedensten Farben zu finden. Spinner kann man zudem mit anderen Ködern wie zum Beispiel einem Gummifisch kombinieren. Mehr zum Spinnerfischen auf Forellen findest du übrigens in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Neonfarbiger Spinner von Mepps

Grundsätzlich gilt hier, je grösser das Gewässer desto grösser darf der Spinner sein. Kleine Spinner haben tiefe Nummern, grosser hohe. Grössere Spinner imitieren Grössere Beute und locken so in der Regel auch grosse Fische an, haben jedoch auch eine grössere Scheuchwirkung beim Aufklatschen und bei der Führung. In einem kleine Bach verschreckt man Forellen eher mit einem 4er Spinner, in einem grösseren See hat man aber auch gute Chancen auf einen grossen Hecht mit einem grossen Spinner.

Typische Zielfische für Spinner sind Forellen, Barsche und Hechte. Zudem kann man auch bedingt auf Zander mit Spinnern angeln. Auch für das Lachsfischen sind Spinner geeignet, dazu gibt es spezielle Lachsspinner, welche viel Gewicht haben. Spinner funktionieren sowohl im See als auch im Bach oder Fluss gut.

Die Vorteile von Spinnern sind, dass sie sehr einfach funktionieren, auswerfen und einkurbeln, mehr ist meistens nicht nötig. In tieferen Gewässern kann man den Spinner auch etwas absinken lassen. Zudem sind Spinner auch eher günstig, in vielen Farben und in fast jedem Angelladen erhältlich. Schlussendlich sind Spinner auch sehr fängig, vor allem auf Forellen und lässt sich sehr einfach montieren, einfach anknoten. Ein guter Köder für Anfänger. Spinner bestehen fast Ausschliesslich aus Blech, was sie Umweltfreundlich macht.

Ein Nachteil ist, dass manche Fische nicht mehr oder nur noch sehr schlecht auf Spinner reagieren. In diesem Zusammenhang spricht man davon, dass das Gewässer verblinkert ist. Das passiert vor allem an viel befischten Stellen. Die einfache Köderführung kann auch ein Nachteil sein, Spinner streben immer ziemlich direkt auf die Rute zu und lassen sich kaum auf Tiefe halten. Tiefe Stellen lassen sich so nicht gut befischen. Eine langsame Köderführung ist ebenfalls eher schwierig bis nicht möglich. Zudem bleiben sie gerne im Kraut hängen. In der Absinkphase bewegt sich der Spinner kaum und fängt dann auch nicht. Haken lassen sich meistens nur schwer auswechseln.

VorteileNachteile
GünstigFührung nicht sehr variabel
Einfache FührungGewässer Verblinkert
Einfache MontageHängeranfällig
Vielfältig einsetzbarWenig Bewegung in der Absinkphase
gute Verfügbarkeitlangsame Führung schwierig
Umweltfreundliches MaterialHaken lassen sich schlecht wechseln
Vor- und Nachteile von Spinnern beim Fischen

2 Löffel oder Blinker

Der Löffel, Blinker oder Spoon ist ein Wellenförmiges Metallstück mit Haken am Ende. Löffel gibt es in schmaler oder bauchiger Form, die grobe form erinnert an einen Löffel ohne Stiel, daher der Name. Der Löffel wackelt durchs Wasser und imitiert so einen verletzen Fisch. Löffel können gleichmässig eingeholt werden oder aber mit Pausen, so dass der Löffel etwas absinken kann.

Löffel werden auch gerne zum Schleppfischen eingesetzt. Dabei wird der Köder hinter einem Boot hergezogen. Dafür gibt es speziell Schlepplöffel. Beim Schleppfischen auf Seeforellen werden auch Löffel mit Perlmutt eingesetzt, sogenannte Perlmuttspangen.

Neben den klassischen Blinkern, welche einfach an die Schnur gebunden werden oder in einen Karabiner eingehängt werden, gibt es sogenannte Durchlaufblinker. Manchmal findet man diese auch unter der Bezeichnung Durchlaufwobbler. Der Löffel wird dabei auf die Schnur geschoben und der Haken nach der Schnur festgeknotet. Bei einem Hänger bleit so der Blinker meistens erhalten. Zudem kann der Fisch sich so schlechter beim Drill aushebeln.

Farbiger schmaler Löffel

Löffel haben diverse Vorteile. Sie sind günstig sowie einfach in Montage und Führung. Die Führung kann aber auch gut variiert werden und auch in der Absinkphase wackelt der Löffel schön im Wasser. Der Löffel ist daher ein echtes Multitalent. Auch Löffel bestehen fast nur aus Blech, was sie zu einem sehr Umweltfreundlichen Köder macht. Die Haken lassen sich dank Sprengringen sehr einfach auswechseln.

Löffel lassen sich meistens nur eher langsam führen. Kurbelt man sie zu schnell ein, geht die Bewegung verloren und man zieht sie einfach nur noch ohne Bewegung durchs Wasser. Daher sind sie für Fliessgewässer mit viel Strömung eher wenig geeignet. Auch das absinken Lassen ist bei starker Strömung eher schlecht möglich. In Bereichen mit wenig Strömung und im Oberflächenbereich können Löffel jedoch auch in Fliessgewässern gut funktionieren. Auch Löffel sind eher Krautanfällig und stark befischt Gewässer und Stellen sind gerne mal verblinkert.

VorteileNachteile
Günstigeher langsame Führung
Führung kann gut variiert werdenfür Fliessgewässer wenig geeignet
Führung einfachHängeranfällig
Einfache MontageGewässer verblinkert
Viel Bewegung in der Absinkphase
Umweltfreundliches Material
Haken lassen sich einfach wechseln
Vor- und Nachteile von Löffeln/Blinkern

3 Microspoons

Von Microspoons oder auch nur Spoons spricht man bei sehr kleinen Löffeln für das Ultraleicht fischen. Das Gewicht von Microspoons liegt normalerweise zwischen 0.5 Gramm und 5 Gramm. Spoon ist der englische Begriff für Löffel. Der Begriff wurde eingeführt um sich etwas von den klassischen grossen Löffeln abzugrenzen und um die Spoons besser verkaufen zu können.

Gefischt werden Spoons an Ultraleicht Ruten welche ein Wurfgewicht zwischen 0g bis 7g haben. Microspoons sind vor allem an Forellenseen sehr beliebt, funktionieren aber auch an anderen Gewässern solange die Strömung nicht zu gross ist. Ansonsten haben Micorspoons die gleichen Vor- und Nachteile wie normale Löffel.

Bei Micorspoons überbieten ich die Hersteller regelmässig mit neuen Farben, Formen und Gewichten. Innovation an einem Stück Metall ist auch nur bedingt möglich. Als Fischer muss man etwas aufpassen, das man sich nicht verzettelt. Wichtiger als die Farbe und die Form ist meisten die Absinkgeschwindigkeit also das Gewicht. Man sollte also eher auf verschieden Gewichte setzten als sich einen Farbkreis an gleichen Spoons zuzulegen.

Typischer Microspoon

4 Spinnerbaits

Spinnerbaits sind meistens eine Mischung aus Wobbler, Gummifisch und Spinner. Spinnerbaits sind eher eine Montage als nur ein Köder, da sie einen Bügel zum Schutz gegen Kraut haben. Zum normalen Köder kommen noch ein oder zwei Spinnerblätter, daher der Name Spinnerbait also Spinner-Köder als Abgrenzung zum normalen Spinner.

Spinnerbaits sind für das Hechtfischen in sehr krautigen Gewässern entwickelt worden. Der Haken des Köders zeigt nach oben und bleibt so weniger im Kraut hängen. Der Bügel schützt den Haken zusätzlich noch. So kann auch im dichten Kraut noch auf auf Hecht gefischt werden. Der eigentliche Köder auf dem Haken ist meistens ein Fransenköder. Es gibt aber auch Varianten mit Hartplastik oder Gummifischen. Manchmal ist auch nur der Bügel erhältlich und man kann selber einen Gummifisch an hängen. Oben am Bügel sind noch ein oder zwei Spinnerblätter verbaut. Manche Spinnerbaits haben neben dem Spinnerblatt auch noch mehrere Gummifische um so einen Fischschwarm zu simulieren.

Spinnerbaits funktionieren besonders gut da, wo viel Kraut ist. Zudem machen Spinnerbaits, vor allem die mit mehreren Spinnerblättern sehr viel druck. Spinnerbaits funktionieren daher sehr gut für die sommerliche Raubfisch Fischerei, wenn viel Kraut im See ist und die Fische sehr aggressiv sind. Kleinere Spinnerbaits können aber auch sehr gut auf Forellen funktionieren.

Der Spinnerbait funktioniert, sofern er nur einen nach oben gerichteten Haken hat, sehr gut im Kraut. Man kann daher einigermassen Hängerfrei fischen. Zudem macht der Spinnerbait sehr viel Druck im Wasser. Spinnerbaits haben eine eher ungewöhnliche Form und sind den Fischen nicht so bekannt. Die Führung ist ebenfalls recht einfach, man muss einfach nur einkurbeln. Durch die Kombination von verschiedenen Ködern haben Spinnerbaits sehr viel Bewegung auch in der Absinkphase.

Der Spinnerbait hat auch einige Nachteile. Er ist ein typischer Sommerköder. Viel Druck und Krautschutz ist etwas was im Winter nicht nötig ist, hier will man eher eine langsame Führung mit wenig Druck. Da der Köder viel Druck macht ist auch eher eine harte Rute nötig. Der Köder ist eher kompliziert mit vielen Teilen aufgebaut. Das macht den Köder anfällig auf Verhaken beim Auswerfen. Zudem ist eine Reparatur eher schwierig. Spinnerbaits sind vergleichsweise Teuer und meistens nur beschränkt verfügbar.

VorteileNachteile
KrautschutzFehlbisse
Viel DruckHarte Rute nötig
Ungewöhnliche FormTeuer
Einfache FührungKompliziertere Montage
Viel BewegungReparatur eher schwierig
beschränkte Verfügbarkeit
Eher ein Sommerköder
Vor- und Nachteile von Spinnerbaits

5 Jig Spinner

Ein Jig Spinner ist ein Wobbler im einem Spinnerblatt als Schwanz, eine Wobbler ohne Tauchschaufel. Manchmal werden die Jig Spinner auch Spinnerbaits genannt. Der Vorteil gegenüber normalen Spinnern ist, dass Spinnerbaits mit verschiedenen Gewichten erhältlich sind. So kann man die Tiefe deutlich besser steuern als bei Spinnern.

Diese Jig Spinner sind vor allem auf das Fischen auf Hecht und Barsch ausgelegt, funktionier aber auch auf andere Arten wie Forellen. Wie auch normale Spinner werden diese Köder einfach monoton Eingekurbelt. Der bekannteste Hersteller von Jig Spinnern ist Spinmad, es gibt aber immer mehr Herteller, welche auf den Zug aufspringen.

Jig Spinner sind sehr einfach in Führung und Montage. Anknoten und Einkurbeln, dass macht sie zu sehr guten Anfängerködern. Mit den Verschiedenen Gewichten kann man zudem einfach die Lauftiefe variieren, besser als zum Beispiel bei Spinnern oder Löffeln. Der Köder mach zudem viel Druck, was meistens im Sommer gut funktinoniert.

Dass der Köder viel Druck macht, kann auch ein Nachteil sein, grade wenn das Wasser eher kälter ist. Der Jig Spinner ist daher eher ein Sommerköder. Zudem sind Fehlbisse möglich, da fische auch gerne mal nur das Spinnerblatt attackieren, vor allem wenn sie nicht so aggressiv Beissen. Jig Spinner sind eher beschränkt verfügbar und grosse Auswahl hat man meistens nicht. Jig Spinner sind zudem auch etwas teurer, vor allem im Vergleich zu Löffeln oder Spinnern.

VorteileNachteile
Einfache FührungBeschränkte Verfügbarkeit
Einfache Montageetwas teurer
Viel DruckFehlbisse möglich
Gute EinsteigerköderEher ein Sommerköder
Verschiedene Gewichte
Vor- und Nachteile von Jig Spinnern

6 Wobbler

Unter Wobbler fallen grundsätzlich alle Hardbaits, welche die Form eines Fisches imitieren. Der Name kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Wackler (to wobble = wackeln, taumeln, eiern). Wobbler werden ruckartig geführt und man sollte etwas Erfahrung in der Führung haben, da diese durchaus einen Unterschied macht. Manche Wobbler sind jedoch aus Gummi und somit Softbaits. Es gibt auch Mischformen, welche teilweise aus Plastik und teilweise aus Gummi bestehen zum Beispiel der X-Rap Peto oder Otus von Rapala.

Auffälliger schwimmender Wobbler mit Tauchschaufel (Floating Crankbait, Hardbait)

Wobbler haben oft Tauchschaufeln. Diese steuern die Bewegung und die Tiefe auf welcher der Wobbler läuft. Die Lauftiefe ist Grundsätzlich auf den Verpackungen angegeben. Es gibt aber auch Wobbler ohne Tauchschaufeln. Viele Wobbler sind unbeweglich, es gibt aber auch solche mit beweglichen Elementen.

Viele Günstige Wobbler sind aus Plastik teilen, schwimmend und mit einer einfachen Tauchschaufel ausgestattet. Es gibt aber auch teurere Modelle, welche aus Holz gemacht sind. Teurere Wobbler sind meistens beim Werfen stabiler in der Luft und haben ein besseres Laufverhalten. Wirklich gute Wobbler zu bauen ist nicht ganz einfach.

Je flacher und grösser die Tauchschaufel, desto tiefer taucht der Wobbler, je kleiner und steiler die Tauchschaufel, desto flacher taucht der Wobbler. Je runder die Schaufel ist, desto grösser sind die Bewegungen des Wobblers, je kleiner die Tauchschaufel, desto kleiner sind die Bewegungen. Mehr zu Tauchschaufeln von Wobblern gibt es in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Es gibt hier etliche Varianten, Formen und Farben, was vor allem für Anfänger unübersichtlich werden kann. Der Name gibt jedoch meistens einen Anhaltspunkt. Bait bedeutet auf Deutsch Köder. Für etwas mehr Übersicht sorgt die folgende Liste:

NameBeschreibung
CrankbaitBedeutet auf Deutsch Kurbelköder. Dies beinhaltet eigentlich alle Wobbler gemeint sind damit aber vor allem Bauchige Wobbler.
StickbaitHeisst auf Deutsch Stockköder. Als Stickbaits werden schlanke Wobbler bezeichnet.
PopperAuf Deutsch Knaller. Bewegt sich an der Oberfläche und macht Knallgeräusche, welche die Fische anlocken sollen.
Swimmbaits
Floater
Auf Deutsch Schwimmköder. Viele Wobbler sind Swimmbaits. Diese sinken nicht, sondern schwimmen wieder zur Oberfläche wenn man eine Pause beim Einholen macht.
SinkbaitsAuf Deutsch sinkender Köder. Zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht an der Oberfläche schwimmt sondern absinkt, wenn man ihn nicht einholt.
SuspenderBedeutet auf Deutsch so viel wie «in der Schwebe lassen». Der Wobbler hat die Eigenschaft das er im Wasser auf der Höhe wo er ist stehen bleibt, sobald man eine Pause beim Einholen macht.
MinnowAuf Deutsch kleiner Fisch oder Elritze. Der Zusatz beschreibt die Form des Wobblers. Minnows sind eher schmal und lang (wie eine Elritze).
JerkbaitAuf Deutsch Ruckköder. Der Name sagt schon alles. Der Köder muss ruckartig geführt werden, manche sagen auch peitschen. Jerkbaits haben keine Tauchschaufel.
TwitchtbaitBedeutet auf Deutsch Zupfköder. Ähnlich wie der Jerkbait, wird aber sanfter durchs Wasser gezupft.
Softbait
Softjerk
Auf Deutsch Weichköder. Damit sind grundsätzliche alle Gummiköder gemeint. Diese wackeln im Wasser meistens natürlicher.
Zocker
Jucker
Vertikal Jig
Spezieller Vertikalköder. Zum Bootsangeln, Eisangeln und allgemein Vertikalangeln gut.
VorteileNachteile
Sehr vielseitigTeuer
Sehr effektivBrauchen etwas Übung / Einarbeitung
Natürliches VerhaltenGute Wobbler schwer zu finden
Überangebot
Platzintensiv
Vor- und Nachteile von Wobblern

7 Zikade

Die Zikade ist eine Art Wobbler, die Führung funktioniert jedoch etwas anders. Auf Englisch heisst der Köder Blade Bait. Die Zikade funktioniert sowohl zum horizontal einholen als auch vertikal. Zum fischen mit der Zikade braucht man eine Rute mit einer weichen Rutenspitze, mit einer zu harten Rute funktioniert der Köder nicht. Die Zikade zitter im Wasser hin und her, bei einer zu harten Rute wird die Zikade einfach nur noch durchs Wasser gezogen und bewegt sich nicht mehr.

Zikade, hier ein Rapala V-Blade

Zikaden haben ein eher ungewöhnliches Bewegungsmuster. Zudem sind Zikaden nicht so stark verbreitet und werden auch nicht so oft gefischt. Daher sind sie an stark befischten Stellen eine gute Option. Die Führung muss man jedoch etwas üben. Da Zikaden sowohl in der horizontalen als auch in der vertikalen Führung gut funktionieren, kann man sie sehr vielfältig einsetzen.

Zikaden sind eher Köder für Tieferes und ruhiges Wasser. In schneller fliessendem Wasser funktioniert der Köder eher schlecht. Verglichen mit anderen Ködern sind Zikaden auch eher teurer. Zudem sind sie nur eingeschränkt verfügbar und es gibt meistens auch nicht so viel Auswahl an Grösse oder Farbe wie zum Beispiel bei Wobblern. Die Führung ist zudem eher aggressiv, was vor allem bei wärmerem Wasser gut funktioniert.

VorteileNachteile
Spezielles Bewegungsmustereher für ruhigeres Wasser geeignet
Vielfältig einsetzbareher teurer
Wenig bekannteingeschränkt verfügbar
Führung eher aggressiv

8 Gummiköder

Gummiköder gibt es ebenfalls in diversen Formen, Grössen oder Farben. Durch das Material, dass sich in praktisch jede Form giessen lässt, sind hier der Form kaum Grenzen gesetzt. Von Fischen über Würmer, Krebse, Insektenlarven, Amphibien oder spezielle wenig natürliche Formen zum Forellenangeln. Es gibt Gummiköder, welche sehr natürlich gehalten sind und solche welche unnatürlich bunt sind.

Fertig montierter Gummifisch im Forellendesign (Softbait, Shad)

Gummiköder werden meistens mit Jigkopf gefischt. Das bedeutet der Haken mit dem Gewicht wird vor dem Fischen in den Gummiköder geschoben. Es gibt aber fertig montiert Gummiköder, bei welchen der Haken und das Gewicht bereits im Köder mit eingegossen sind.

Normale Jigkopf Montage beim Gummiköder

Auch bei Gummiködern gibt es verschiedene Begriffe, welche etwas verwirrend sein können. Die folgende Liste erklärt die üblichen Begriffe:

Name Beschreibung
Shad Der Shad ist ein Meeresfisch der zu den Heringen gehört. Mit Shad ist, wenn es um Kunstköder geht ein Gummifisch gemeint.
Flat NoseFlatnose bezeichnet die Kopfform des Gummifisches. Flatnose Gummifische haben eine stark abgeflachte Kopfform.
Creature BaitAuf Deutsch Kreatur Köder, meistens eine Krebsimitation.
SchaufelschwanzTypische Schaufelschwanzform bei Gummifischen
FadenschwanzSehr dünner Schwanz
TwisterTwister bezieht sich auf die Schwanzform. Diese ist speziell in die Länge gezogen. Es gibt Twister mit einem oder zwei Schwänzen. Manchmal auch Sichelschwanz genannt
TubeGummiköder in Röhrenform mit Fransenschwanz. Kann manchmal mit Geschmackstoff gefüllt werden.

Der Gummiköder und speziell der Gummifisch ist der vielseitigste Köder den es gibt und eignet sich von Anfänger bis Profi. Für Gummiköder gibt es Endlos Montagen für jede Situation. Zudem lässt sich der Gummiköder mit der normalen Jigkopf in diversen Führungsstilen fischen. Der Gummifisch ist zudem sehr natürlich, ein gut gemachter und gut geführter Gummifisch kann von Fischen fast nicht von einem normalen Beutefisch unterschieden werden. Zudem sind Gummifische vergleichsweise günstig.

Die Verschiedenen Führungsstile brauchen allerdings etwas Übung. Wer die Führung nicht im Griff hat, fängt weniger. Zudem gibt es bei Gummifischen ein sehr grosses Angebot, was die Übersicht nicht einfach macht. Es gibt diverse Formen und Farben mit und ohne Geschmack und in diversen Preisklassen. Blei und Kunstoff gehören beim Gummiködern dazu, was Umwelttechnisch problematisch ist. Es gibt zwar alternativen, diese sind aber überschaubar und eher teuer. Gummiköder verschleissen zudem eher schnell, mehr als drei Hechtbisse überlebt ein Gummiköder meistens nicht. Die Montage am Jighaken bedarf zudem etwas Übung, jene an speziellen Montagen etwas mehr.

VorteileNachteile
Sehr vielseitigFührungsstile brauchen Übung
GünstigÜberangebot
Vielfältige Führungverschleiss
sehr natürlichBleiköpfe noch verbreitet, viel Kunststoff
Montage etwas aufwändig

9 Chatterbait

Der Chatterbait zeichnet sich durch die Metallplatte vor dem Kopf des Köders aus. Diese sorgt beim Einholen für starke Vibrationen. Hinter der Metallplatte ist ein Jighaken verbaut. Dazu kommt oft ein Fransenköder. Viele Chatterbaits können auch noch mit Gummiködern kombiniert werden.

Der Chatterbait ist in den 90ern für das Bass fischen in den USA entwickelt worden. Die Fische sind sehr aggressiv und haben ein riesiges Maul. Chatterbaits funktionieren aber auch für Hecht, kleinere Modelle funktionieren auch für Barsche.

Chatterbaits sind sehr auffällig, die Metallplatte, welche dem Fransenköder vorgeschaltet ist, verursacht starken Druck und verursacht starke Vibrationen. Das kann an Tagen, an denen die Fische sehr aggressiv sind vor allem auf Hechte und Barsch sehr gut funktionieren. Der Chatterbait fristet in Europa zudem eher noch ein Nischendasein und wir nicht so häufig verwendet wie andere Köder. Daher kann er an stark befischten Stellen sehr gut funktionieren. Die Platte bietet zudem einen Schutz gegen Hänger.

Da Chatterbaits nicht ganz so weit verbreitet sind, ist die Verfügbarkeit eher beschränkt. Die Köder wurden ursprünglich für das Bass fishing entwickelt und sind daher oft eher gross, mittlerweile gibt es aber auch kleinere Modelle. Der aggressive lauf schränkt die Nutzbarkeit auch etwas ein. Es gibt zudem eher beschränkt Ersatzteile wie den Gummifransenköder. Zudem lassen sich Chatterbaits auch nicht so gut anpassen wie zum Beispiel Gummifische, bei denen man einfach den Jigkpf wechseln kann.

VorteileNachteile
Sehr auffälligbeschränkte verfügbarkeit
wird wenig gefischteher gross
Wenig anfällig auf HängerBeschränkte verfügbarkeit
führung eher aggressiv
beschränkt anpassbar und reparierbar

Fliegen an der Spinnrute

Fliegenfischen ist Grundsätzlich eine eigene Art zu fischen. Sie unterscheidet sich von anderen Arten insofern, dass das Wurfgewicht nicht der Köder sondern die Schnur ist. Die Köder (Fliegen) sind Imitate von Insekten und werden aus Natur und Kunstfasern hergestellt. Mehr zum Fliegenfischen erfährst du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Grundsätzlich kann man mit einer Spinnrute nicht Fliegenfischen. Es gibt jedoch Köder und Montagen, mit denen es trotzdem funktioniert, mal besser und mal schlechter. Trotzdem darf man an den meisten Fliegenfischergewässern nicht mit der Spinnrute angeln auch wenn man eigentlich eine Fliege fischt. Fliegenfischen ist jedoch nicht besonders schwer zu lernen oder teuer, wie der einstieg gelingt erfährst du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Das schöne bei Fliegen ist, dass man sie sehr individuell gestallten kann. Fliegenbinden ist kein Hexenwerk und man kann einfach schöne Ergebnisse erzielen. Verwendet man natürliche Materialien, sind die Köder auch vergleichsweise Umweltfreundlich. Mehr zum Fliegenbinden erfährst du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

10 Fliegen an der Schlepppose (Sbirolino oder Wasserkugel)

Der Sbirolino und die Wasserkugel sind sogenannte Schleppposen. Grundsätzlich kann man hinter diese beiden Schleppposen jeden Köder hängen, zum Beispiel für mehr Wurfweite. Da künstliche Fliegen kaum Eigengewicht haben, Bietet sich das Fischen mit diesen beiden Hilfsmitteln besonders an. Dabei ist es egal ob man einen Streamer (grosse Fliege) der eine Kleine Trockenfliege fischt, beides Funktioniert.

Wasserkugel, kann für mehr Wurfgewicht nach belieben gefüllt werden

Grade hinter einem Sbirolino funktioniert ein Streamer sehr gut für zum Beispiel Hechte im Winter oder auch Forellen. Trockenfliegen funktionieren meistens eher schlecht als recht, grade aber wenn man Wasser ist und die Fische steigen, kann man so aber auch mal einen Versuch mit der Trockenfliege machen. Eine gute alternative zur Schlepppose ist bei Trockenfliegen auch die Wobbler-Fliegen Montage, mehr dazu findest du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Wasserkugeln funkionieren besser bei kürzeren Ruten und auf kurze Distanz, Sbirolinos funktionieren eher auf weitere Distanz mit längeren Ruten. Mehr zum Sbirolinofischen findest du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

11 Marabou Jig oder Streamer

Der Marabou Jig ist ein Streamer, welcher auf einen Gummifisch Jighaken gebunden wurde. Ein Streamer kann beim Fischen viel imitieren, von einem grossen Insekt bis hin zu einem Fisch oder einem Wirbeltier. Die Grenze zwischen Marabou Jig und Streamer ist aber fliessen, leichte Jigköpfe werden teileweise auch beim Fliegenfischen verwendet.

Ein unbeschwerter Streamer ist zum Spinnfischen zu leicht. Ein Streamer besteht grundsätzlich nur aus Haken und ein paar Federn oder Haaren und etwas Garn. Beschwerte Streamer mit Conehead oder Tungstenperle können aber gut mit Ultraleichtruten gefischt werden. Ansonsten kann man den Streamer aber auch wie beschrieben an eine Schlepppose hängen.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Streamer hinter einen Cheburashkaperle zu hängen. Dadurch bekommt man eigentlich wieder einen Marabou Jig, ist aber etwas Flexibler. Mehr zum Marabou Jig und auch zur Streamer Cheburashka Montage findest du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

unbeschwerter Streamer zum Forellenfischen

12 Spinnfliegen

Spinnfliegen sind Hechtköder, welche vor allem für die langsame Führung entwickelt wurden. Grundsätzlich ist Hechtfliegen nichts anderes als eine grosser Streamer kombiniert mit einem Sbirolino. Spinnfilegen haben den grossen Vorzug, dass sie sehr langsam geführt werden können und trotzdem viel Bewegung haben, wie die Vorbilder beim Fliegenfischen. Das kann besonders beim Hechtfischen im kalten Wasser sehr erfolgreich sein. Spinnfliegen sind daher ein perfekter Winterköder für Hechte.

Einige Hersteller von Spinnfliegen sind zum Beispiel Bauer (Dobb Daddy), Eumer (SpinTube), Westin (Monster Fly) oder Spro (Freestyle Bullet). Spinnfliegen lassen sich aber auch relativ einfach selber machen. Entweder bindet man eine Fliege direkt auf ein Sbirolino oder man schneidet den Stil des Sbirolinos ab und baut sich aus Tubenfliegen einen entsprechenden Hechtköder. Mehr zu Tubenfliegen findest du in diesem Beitrag auf Alpenforelle.

Natürlich kann man auch hier einfach einen Streamer hinter einen Sbirolino hängen, dies hat aber gewisse Nachteile. Die Montage wird länger und somit schwieriger zu werfen. Ausserdem attackieren die Fische teilweise auch den Sbirolino selber, was zu ungewünschten Fehlbissen führen kann.

Comments

  1. Sehr gute Übersicht und Einordnung des Themas. Perfekt für den Einsteiger!
    Danke!

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