Alles über das Fischen in Graubünden

In Graubünden by BastianLeave a Comment

Graubünden ist ein Fischereiparadies in den Schweizer Bergen. Es kann in insgesamt etwa 200 Seen und 1700km Fliessgewässern gefischt werden. Vom klaren Bergsee bis zum breiten Rhein hat Graubünden alles zu bieten was das Fischerherz begehrt. Mit wenigen Ausnahmen gilt in Graubünden ein Kanton ein Patent. Die Saison dauert grundsätzlich vom 1.5. bis 15.9. in Fliessgewässern bzw. 30.10. in Seen, alles ebenfalls mit Ausnahmen. Da man in Graubünden vom Bergsee bis zum Baggersee und vom alpinen Quellbach bis zum breiten Alpenrhein so ziemlich alles dazwischen befischen kann, gibt es verschiedene Gewässerabschnitte mit zum Teil anderen Fangmassen und Schonbestimmungen. Daher sollte man sich immer im Voraus über eine Karte informieren, welche Regeln gelten. Zur Auswahl stehen die offizielle Karte des Amt für Jagt und Fischerei (AJF) oder die Alpenforellen Karte unter diesem Link mit hilfreichen Zusatz Infos wie Parkplätzen, Webcams oder Zustiegstellen. Praktisch ist auch die Bündner Fischereiapp in der man Patente beziehen und die Fangstatistik führen kann. In der App werden ausserdem Die Regeln für das jeweilige Gewässer angezeigt.

Ab der Saison 2020 gibt es diverse Änderungen zur Fischerei in Graubünden. Die wichtigsten und interessantesten Änderungen sind:
-Keine Schontage mehr
-Fanglimit Fliessgewässer 60 Fische pro Saison (Seen weiterhin unbeschränkt)
-Jeder Fisch muss in die Fangstatistik eingetragen werden, auch untermassige, zurückgesetzte
-Mehr gewässer ab 1.2. offen (Teile des Rheins, Seen im Rheintal)
-Fanglimit 2 Äschen pro Tag
-Schonmasse für Bachforelle, individuell nach Gewässer/Gewässerabschnitt
-Änderung der Schonmasse für Regenbogenforelle, Namaycush und Äsche
-Verlängerung der Saison an Seen bis 31.10.
-Fliegenstrecke im Engadin (Teilabschnitt an Gewässernummer 412)
-Sufnersee darf mit dem Bündnerpatent vom Boot aus befischt werden

Alles zum genau nachlesen kann man auf der Webseite des AJF.

Partnunsee – Ein glasklarer Bergsee in Graubünden

Fischerpatent Graubünden

Im Kanton Graubünden gilt grundsätzlich ein Kanton ein Patent. Mit dem Patent darf man fast alle Gewässer befischen, Ausnahmen gibt es nur bei einigen wenigen Privatgewässern. Das Patent gilt nur für Bündner Boden. Ein Beispiel ist der Lago di Livigno. Hier darf mit dem Bündnerpatent nur von Bündner Boden fischen. Patent bedeutet so viel wie Angelkarte oder Lizenz.

Die Patente lassen sich physisch im Laden, Online zum Ausdrucken oder auch direkt in der Bündner Fischerei App kaufen. Eine Liste mit den Verkaufsstellen gibt es auf der Webseite des AJF, ein kauf online oder über die App ist jedoch bei Kurzzeitpatenten (bis 15 Tage) sicher am einfachsten. Physische Patente können auch in der App mittels QR-Code erfasst werden.

Patente gibt es für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren sowie für Erwachsene. Kinder unter 13 haben Mittangelrecht. Massgebend für das Alter ist der Jahrgang, wobei die Jahrgänge welche ein Jugendpatent beziehen können auf der Webseite auf der Webseite des AJF erwähnt sind. Eine weitere Unterscheidung ist Kantonal/Ausserkantonal. Jeder der im Kanton Graubünden Steuern zahlt, kann ein Patent für Kantonale beziehen. Der Patentverkauf startet jeweils am 15.1.

Es gibt Tages-, Wochen-, Halbmonats-, Monats- und Saisonpatente. Eine Hilfe, welches Patent am günstigsten ist, bietet die folgende Tabelle:

Tage im Zeitraum Bemerkung
Woche 7d 3 Ausserkantonal Erwachsen +1d
Halbmonat 15d 5 Ausserkantonal Erwachsen +1d
Monat (30d) 6 Ausserkantonale +2d
Saison 8 Ausserkantonale +1d

Spezielle Patente

Neben den Patenten für die Privatgewässer, für welche oft auch separate Patente bezogen werden können, gibt es für den Davosersee, ebenfalls ein separates Patent. Dieses Berichtig dazu im Davosersee zu fischen und Kostet für alle CHF 14.- pro Tag. Der See darf auch mit dem kantonalen Patent befischt werden. Das Patent ist entweder eine günstigere alternative zum kantonalen Patent für die Uferfischerei, berechtigt aber auch zusätzlich zum Bootsfischen.

Bootsfischen in Graubünden

In einigen Bündner Seen darf man auch vom Boot aus fischen. Verschiedene Seen im Misox sowie der Sufnersee kann man mit dem Bündner Patent vom Boot aus befischen. Zudem ist die Bootsfischerei auf den Oberengadiner Talseen, dem Puschlaversee sowie dem Davosersee mit zusätzlichem Patent gestattet.

Hinterrhein in der Rheinschlucht bei Versam

Wann kann man in Graubünden fischen?

In Graubünden kann man zwischen Januar und November meistens immer irgendwo fischen. Die offizielle Saison dauert vom 1.5. bis 15.9. in Fliessgewässern bzw. 31.10. in Seen, wobei es diverse Ausnahmen und Sonderregelungen gibt. Zwischen Ende Januar und März kann man auf dem Silsersee Eisfischen. Mehr dazu findest du in diesem Beitrag auf Alpenforelle. Ab dem 1.2. Startet die Saison an einigen Gewässerabschnitten, vor allem am Rhein. Ab dem 1.4.-30.4. sind wiederum gewisse abschnitte gesperrt. Ab dem 1.5. sind fast alle Gewässer freigegeben, 1.6. auch der gesamte Inn im Oberengadin. Bergseen sind Teilweise jedoch bis Ende Juni/Anfang August noch zugefroren. Ab dem 15.9. endet die Saison in den meisten Fliessgewässern und in einigen Seen. Am 30.09. ist der letzte Saisontag am Rhein. Am 31.10. endet die Saison auch an den Seen.  Oft wird die Saison an vereinzelten Stauseen noch verlängert, wenn eine Leerung bevor steht. Patente kann man allerdings keine Patente mehr kaufen.

Zudem gibt es weitere Einschränkungen was das Waten, den Fang von Äschen oder den Fang von Bach- und Seeforellen welche grösser als 50cm sind. Ob man fischen darf und wie, erfährt man am besten in auf einer Onlinekarte. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Termine ist in der folgenden Tabelle.

Von Bis Wo
Ende Januar März Eisfischen Silsersee
1.2. Eröffnung Fischerei Rhein Gewässer 107, 108, 208, 209, 302 – 305, 335 (teilweise), 3008, 3010, 3011
1.4. 30.4. Einschränkungen auf gewissen Abschnitten
1.5. Eröffnung meiste Gewässer
Ende Schonzeit Äsche 301-305
1.6. Eröffnung Inn Oberengadin 402, 403, 405, 426, 427, 44
Waten erlaubt
Ende Schonzeit Äsche übriger Kanton
15.7. Saisonende Schonzeit Forellen ab 50cm
Gewässer 104-108, 207-209, 301-305, 336
1.9. Saisonende Schonzeit Forellen ab 50cm
Gewässer 806 – 803, 843
  15.9. Ende Saison Fliessgewässer sowie gewisse Seen (2030, 2054, 3004, 4001-4004, 6011)
  30.9. Ende Saison Rhein 302-305
  31.10. Ende Saison Seen
  30.11. Verlängerung Saison an einzelnen Seen vor Leerungen
Gut erreichbar auch mit Kindern – Der Laj Muragl bei Muottas Muragl

Regeln zum Fischen in Graubünden

Grundsätzlich gilt in Graubünden wie bereits geschrieben ein Kanton ein Patent. Zusätzlich gilt maximal drei Haken ohne Widerhaken (z.B. drei Einfach- oder ein Dreifachhaken). Wer sich daran hält, kann relativ wenig falsch machen. Trotzdem gibt es einige Einschränkungen mit Schonstrecken, Schonmassen, Ködereinschränkungen, Montageneinschränkungen usw. Daher ist es Ratsam auf vor dem Fischen eine Karte zu konsultieren, und alle Regeln für das Gewässer zu prüfen. Zum einen gibt es die offizielle Karte des AJF wo alle Einschränkungen zum jeweiligen Gewässer gibt. Ausserdem gibt es unter diesem Link die Karte von Alpenforelle, wo zusätzlich noch weitere hilfreiche Infos wie Parkplätze, Einstiegsstellen oder Webcams eingezeichnet sind.

Die Karten sind online abrufbar. Teilweise hat man an Gewässern jedoch nur sehr eingeschränkt Empfang. Daher ist es Sinnvoll im Voraus zu planen und die jeweiligen Gewässerinfos als Screenshot zu speichern.

Schonmasse in Graubünden

In Graubünden gibt es Für Edelfische (Salmoniden und Äschen) Schonmasse. Um den lokalen Gegebenheiten gerecht zu werden gibt es Bach- und Seeforellen je nach Gewässerabschnitt unterschiedlich Fangmasse. Auch hier sollte man möglichst vorher prüfen, was das Fangmass am jeweiligen Gewässer ist. Die Fangmasse variieren zwischen 22cm und 30cm. Teilweise gibt es auch Fangfenster zwischen 26cm und 34cm. Forellen über 50cm dürfen meistens jedoch auch bei Fangfenstern entnommen werden, Zum Schutz der Seeforelle gibt es teilweise Sonderregelungen.

Übersicht über die Fangmasse in Graubünden

Der Alpenrhein Gewässernummer 301 bis 305 ist ein Sonderfall. Hier gelten andere Schonmasse für Äschen. Zudem sind Grosse Forellen ab 50cm ab dem 15.7. speziell geschont. Auch Regenbogenforellen haben hier ein Mindestfangmass.

Übersicht Fangmasse Alpenrhein

Fanglimiten

Neben den Schonmassen gibt es auch Fanglimiten pro Fischer, unabhängig von der Anzahl gekaufter Patente. Die Fanglimiten gelten für Edelfischen (Salmoniden und Äschen). In Fliessgwässern dürfen nur 60 Fische pro Saison und 6 pro Tag entnommen werden. In Seen beträgt die Fanglimite 10 pro Tag. In Teilen des Inns gilt zudem ein verschärftes Fanglimit von 4 Fischen pro Tag. Zudem darf der Anteil der Äschen nur 2 pro Tag betragen.

  Fanglimit
Fliessgewässer 60 pro Saison
6 pro Tag
See 10 pro Tag
Engadin4 pro Tag
Äsche 2 pro Tag
Alpenrhein – hier startet die Fischerei schon ab dem 1.2.

Fischarten in Graubünden

In Graubünden gibt es diverse Fischarten, von Forellen über diverse Saiblinge bis hin zu Trüschen (Quappen). Die Meisten Fische kommen nur in bestimmten Gewässern vor. Die bei weitem am häufigsten verbreitete Fischart ist die Bachforelle, diese findet man in praktisch jedem Bündner Gewässer. In Bergseen werden zudem oft auch Seesaiblinge und Namaycushs ausgesetzt. Welcher Fisch in welchem Gewässer vorkommt kann man auch auf den Karten nachschauen. Äschen findet hauptsächlich im Engadin sowie im Alpenrhein bis Domat/Ems.

in Bergseen findet man oft Namaycushs

Hier findest du ausserdem noch Erfahrungsberichte von verschiedenen Gewässern in Graubünden.

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