11 Stellen im Bach wo Fische stehen

In Wissen by Bastian2 Comments

Wer fischen geht der fragt sich zwangsläufig wo sich die Fische im Bach aufhalten. Von erfahrenen Fischern hört man dann meisten: «Man muss das Wasser lesen». Für unerfahrene ist das jedoch relativ schwierig, vor allem wenn man keine Ahnung hat, auf was man achten soll. Auch ich hatte dieses Problem als ich angefangen habe. Mittlerweile, weiss ich mehr auf was ich achten muss und habe darum nun 10 Beispiele herausgesucht für Orte an welchen sich Fische im Bach gerne aufhalten und die man abfischen kann.

Grundsätzlich ist es so, dass Fische faule Tiere sind. Trotz dem angepassten Körper wird so weit wie möglich auf zu viel Bewegung verzichtet, so dass die Fische meistens an geschützten Stellen stehen, ausserhalb der Strömung. Fische sind auch nicht sicher vor Fressfeinde von oben, darum sind gedeckte Stellen sehr beliebt, egal ob natürlich oder künstlich. Im Sommer bieten solche gedeckten Stellen auch Schutz vor der Sonne. Im Schatten sind die Fische zudem schlecht zu erkennen.

1 – Gedeckte Stellen

Hier sind vor allem Bewachsene Stellen am Ufer gemeint. Fische halten sich hier gerne auf. Die Stellen sind von der Sonne geschützt und bieten einen Schutz vor Räubern. Zudem kann der Fisch auch darauf hoffen, dass ab und zu Nahrung in Form von Insekten von oben kommt. Ein idealer Standort also. Die Stellen sind jedoch manchmal etwas schwer zu befischen, vor allem wenn die Pflanzen tief über dem Wasser hängen. Ein Versuch lohnt sich aber auf jeden Fall.

Von Sträuchern gedeckter Abschnitt am Bach.

2 – Kehrwasser

Kehrwasser sind Stellen im Bach bei denen das Wasser in die entgegengesetzte Richtung strömt. Dies kommt meistens bei Hindernissen vor, es gibt jedoch auch andere Stellen. Die Stellen lassen sich relativ leicht ausfindig machen, hier ist das Wasser deutlich ruhiger als in der Hauptströmung, was man gut an der Oberfläche erkennen kann. In sehr starken Strömungen gibt es eine deutlich merkbare Gegenströmung. Die Gegenströmung ist in jedem Fall aber schwächer als die Hauptströmung. Darum ist der Ort für Fische attraktiv. Sie müssen viel weniger Kraft aufwenden und können warten bis in der Strömung etwas zu Fressen vorbeigeschwommen kommt.

Kehrwasser. Deutlich zu erkennen an der Struktur des Wassers

3 – Einmündungen

Wo sich zwei Gewässer treffen, sind meistens auch Fische anzutreffen. Dabei kommt es nicht wirklich auf die Grösse des einmünden Gewässers an. Egal ob zwei Flüsse wie Vorder- und Hinterrhein aufeinandertreffen oder ob ein kleiner Wiesenbach in eine Bergbach fliesst. Alle diese Stellen sind für Fische aus verschiedenen Gründen interessant. Die Strömung ist anders als normal, dies macht es für Fische interessant, da so auch ruhigere Bereiche entstehen, in welchen sie sich aufhalten können. Zudem versprechen vor allem kleinere Bäche, in welchen keine anderen Fische leben ein gutes Nahrungsangebot für Fische. Ein Wiesenbach spült sämtliche Insekten, welchen in ihn fallen, direkt zum Fisch der am Ende wartet.

Einmündung eines kleineren Baches in die Julia bei Bivio

4 – Unterstände

Wie bereits geschrieben, sind Fische nicht vor Räubern sicher. Deshalb sind Unterstände bei Fischen sehr beliebt. Dies kann in Form von natürlichen Felsvorsprüngen sein, aber natürlich auch in Form von künstlichen Verbauungen. Wer hier erfolgreich sein sollte, sollte darauf achten, dass er den Köder so anbietet, dass der Fisch diesen auch zu Gesicht bekommt. Liegt der Vorsprung etwas tiefer im Wasser, so macht es wenig Sinn an dieser Stelle mit einer Trockenfliege zu fischen oberhalb des Felsens zu fischen. Der Fisch wird diese wahrscheinlich nicht sehen. Sinnvoller ist es, beispielsweise einen tieflaufen Spinnköder direkt neben dem Unterstand vorbeizuziehen.

Künstliche Uferverbauung bietet einen perfekten Unterstand

5 – Wasserfälle

Wasserfälle Bilden meisten natürliche oder künstliche Hindernisse für die Fische. Die Tatsache, dass die Fische, vor allem beim Aufstieg, an solchen Hindernissen scheitern, macht es zu einer attraktiven Stelle zum Fischen. Auch kleinere Wasserfälle, welche für die Fische kein Hindernis darstellen sind gut zum Fischen. Hier spielen verschieden Faktoren eine Rolle. Durch das aufgewühlte Wasser bei den Wasserfällen ist die Sicht schlecht und somit sind die Fische besser geschützt. Bei Wasserfällen Bilden sich meistens auch etwas tiefere Stellen, wo sich die Fische gut aufhalten können. Zudem ist an den Rändern das Wasser meistens etwas ruhiger. Beutetiere welche durch den Wasserfall gespült werden brauchen meisten einen Moment, bis sie sich wieder gefangen haben, also eine gute Futterquelle für Fische.

Auch vor Wasserfällen kann man häufig Fische antreffen. Solche Hindernisse behindern nicht nur den aufstieg, sondern auch den Abstieg der Fische. Für Fische welche nicht weiter nach unten Wandern wollen (in einen See) bedeutet es meisten Endstation. Man kann also sowohl vor wie auch nach dem Wasserfall auf einen Biss hoffen.

Unbedingt auch Oberhalb des Wasserfalls fischen.

6 – Ruhige stellen

In Fliessgewässern gibt es immer wieder Stellen an denen das Wasser fast steht. Fische halten sich an solchen Stellen gerne auf. Die Fische können an diesen Stellen Energie sparen und warten, bis etwas Fressbares vorbeitreibt. Solche stellen können grösser und Kleiner sein, zeichnen sich aber dadurch aus, dass keine Strömung an der Oberfläche zu sehen ist. Diese Stellen sind eher schwierig zu befischen. Die Fische sehen gut und sind vorsichtiger beim Biss als an Stellen mit mehr Strömung. An solchen Stellen ist man mit einer Vorsichtigen Methode meistens am besten bedient. Einen grossen Spinner durchzuziehen macht meistens wenig Sinn. Gute alternativen sind beispielsweise ein Shad oder die Fliegenrute.

Ruhige Stelle rechts, die Hauptströmung folgt dem roten Pfeil links.

7 – Vor Stufen

Ein beliebter Standort für Forellen sind Stellen vor kleineren Stufen. Diese sind ähnlich wie bei Wasserfällen. Der Unterschied ist jedoch, dass die Fische hier einfach wieder aufsteigen können und somit den Köder auch weiter flussabwärts folgen. Die Fische lauern meistens relativ nahe an der Schwelle und schnappen dann von unten zu, wenn etwas Fressbares vorbeikommt. An diesen Stellen sind die Fische meistens recht schnell mit zuschnappen, ohne gross zu überlegen. Die Beute ist relativ schnell über die Schwelle weg.

Fische stehen oft direkt an der Schwelle

Es gibt an solchen Stellen zwei Möglichkeiten zu fischen. Zum einen kann man den Köder so werfen, dass dieser von etwas oberhalb über die Stufe treibt, bzw. man holt diesen in diese Richtung ein. Eine weitere Möglichkeit, die vor allem zum Spinnfischen geeignet ist, ist den Köder seitlich zur Fliessrichtung einzuholen.

Spinnköder können dem wie beim gelben Pfeil auch seitlich eingeholt werden.

8 – Pflanzen im Wasser

Pflanzen bieten Fischen gute Versteckmöglichkeiten. Darum halten sich die Fische gerne an Pflanzen oder Pflanzenteilen im Wasser auf. Dies sind nicht nur Wasserpflanzen, vor allem in Bergbächen sind damit vor allem Bäume welche ins Wasser gefallen sind, ganz oder teilweise. Neben ganzen Bäumen können das aber auch Wurzeln sein, welche ins Wasser hängen. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, wie etwas im Wasser liegt. Ob ein Baum nun mit der Strömung im Wasser liegt oder den Bach etwas staut, weil er quer liegt ist egal.

Wer in der Nähe von Pflanzenteilen fischt, sollte immer die Gefahr von Hängern im Hinterkopf haben. Angelhaken verfangen sich relativ schnell an Pflanzen und sind dann meistens nur schwer wieder zu lösen. Ein Versuch lohnt sich jedoch meistens.

Umgestürzter Baum. Hier könne sich Fische gut verstecken.

9 – Pools

Unter einem Pool wird ein Becken im Fluss verstanden, in welchem das Wasser ruhiger ist als an anderen Stellen. Diese Stellen sind zudem auch etwas tiefer. An diesen Stellen halten sich die Fische gerne auf, vor allem in der Tiefe. Wer hier fischen will sollte also beachten, dass die Fische meistens etwas tiefer stehen. Ist das Wasser klar, lassen sich die Fische oftmals auch auf dem Grund beobachten. Pools sind meistens eher schwierig zu befischen. Das Wasser ist oft ruhig und klar und die Fische stehen weit unten. Einen Spinner nahe der Oberfläche durchzuziehen bring meistens gar nichts und verjagt die Fische eher. Hier bieten sich Strategien an, welche eher auf tiefere Regionen abzielen und dabei nicht zu auffällig sind, beispielsweise ein Shad. Aber auch andere Strategien wie bei Punkt 6 beschrieben können funktionieren.

In Pools sind die Fische oft vorsichtig beim Biss.

10 – Unter Brücken

Brücken sind ein idealer unterstand für Fische. Neben dem Schutz von oben verdunkeln Brücken mit ihrem Schatten auch das Gewässer. Es ist grundsätzlich das gleiche Prinzip wie bei Bäumen über einem Gewässer. Bei Brücken gilt, je tiefer und grösser desto beliebter bei Fischen. Hier ist das Problem, dass es unter tiefen Brücken durchaus schwierig zum Fischen sein kann. Hier empfiehlt sich der Unterhandwurf. Ausserdem ist es unter breiteren Brücken oft dunkel, so dass man lieber Zwei mal schauen sollte, bevor man auswirft. Ausserdem sollte man im Hinterkopf haben, dass bei Unterführungen die Fluchtmöglichkeiten meistens beschränkt sind für den Fall, dass das Wasser ansteigt.

Auch unter hohen Brücken darf man Fische erwarten.

11 – Kombinationen

Dieser Punkt ist etwas gesucht. Oft gibt es Kombinationen aus den verschiedenen Stellen. Pools befinden sich manchmal unter Brücken oder Ruhigere Stellen sind mit Pflanzen gedeckt. Wenn ich beim Fischen auf eine Stelle mit zwei oder mehr von den aufgezählten Stellen komme denke ich mir im Kopf oft «Jackpot». Solche stellen sind optimal für Fische und es sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Fische dort. Schlussendlich muss man diese jedoch auch noch aus dem Wasser bekommen.

Hast du noch einen Tipp? Dann schreib doch einen Kommentar!

Comments

  1. Hi Bastian

    Cooler Blog mit vielen interessanten Artikel. Danke!

    Ich bin noch kein allzu erfahrener Fischer, lerne aber gerne dazu 🙂 Im Bach habe ich schon mehrere Versuche gestartet. Meistens haben die Versuche dann mit einigen (!) Köderverlusten geendet. Hast Du mir ein paar Tipps, wie ich im Bach fischen kann, ohne all zu viel Köderverlust. Wäre ja vielleicht ein gutes Thema für einen weiteren Blogeintrag 🙂

    Grüsse aus dem Prättigau
    sven

    1. Author

      Hoi Sven

      Danke für das Lob!

      Ja das Problem kenne ich zu gut… passiert mir auch oft. Kommt immer etwas darauf an mit was man fischt. Drillinge sind anfälliger als Einfachhaken. Und grundnah zu fischen ist immer etwas anfällig. Ich habe deutlich weniger Verluste seit ich eine Wathose habe, aber ich denke nicht, dass das die Lösung ist die du hören wolltest (;
      Eine Patentlösung habe ich auch noch nicht gefunden, aber ist ein gute Input. Ein paar Sachen stehen auch schon in diesem Beitrag: https://alpenforelle.ch/spinner-montage-und-fuehrung-fuer-forellen/

      Grüsse und Petri

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